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Agenda-Beirat beschwört gemeinsames Handeln in Gleichen

Lebenssituation in Gleichen Agenda-Beirat beschwört gemeinsames Handeln in Gleichen

Radwege sind noch immer schlecht, der Ausbau alternativer Energiegewinnung stockt und es fehlen günstige Wohnungen für junge Familien. In seinem aktuellen Bericht hat der Agendabeirat der Gemeinde Gleichen weitere negative Punkte aufgelistet. Aber er lobt auch - zum Beispiel das Angebot für schnelles Internet.

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Radwege sind noch immer schlecht, der Ausbau alternativer Energiegewinnung stockt und es fehlen günstige Wohnungen für junge Familien. In seinem aktuellen Bericht hat der Agendabeirat der Gemeinde Gleichen weitere negative Punkte aufgelistet.

Quelle: Peter Heller

Gleichen. Alle zwei Jahre analysiert der vom Rat bestellte Beirat die Lebenssituation in der Gemeinde Gleichen und prüft, wie zukunftsträchtig ihre Entwicklung ist. Sorge bereitet den Mitgliedern die Bevölkerungsentwicklung: Es leben immer weniger Menschen in Gleichen. Das hat Folgen für öffentliche Einrichtungen wie Kitas und Schulen. Nur wenn Politik, Bürger und Vereine gemeinsam aktiv handeln, können die Herausforderungen des demografischen Wandels gemeistert werden, appelliert der Beirat an alle Gleichener. Immerhin steigt nach seinen Recherchen die Zahl der Arbeitsplätze. Mitte 2014 gab es in Gleichen 1131 Arbeitsplätze, Mitte 2015 waren es 1161.

Obwohl die Einwohnerzahl stagniert, hat sich die bebaute Flächen „stark vergrößert“ - vor allem durch Neubaugebiete. Vorrangiges Ziel müsse sein, mehr freie Flächen innerhalb der Dörfer „zu verdichten“ empfiehlt der Beirat. Zumal es zu wenig geeignete Wohnungen für ältere Menschen und zu wenig bezahlbare für „junge Eltern mit wenig Geld“ gibt.

Agendabeirat

Seit 2000 gibt es in der Gemeinde Gleichen einen Agendabeirat - berufen vom Gemeinderat. Er soll dazu beitragen, auf kommunaler Ebene die Agenda 21 der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung umzusetzen. Konkretes Ziel dabei ist eine zukunftsfähige Entwicklung der Gemeinde. Der Beirat beobachtet die aktuelle Entwicklung, bewertet sie kritisch und formuliert Leitlinien mit Empfehlungscharakter für den Rat. Die Mitglieder arbeiten ehrenamtlich. Den aktuellen Bericht erarbeitet haben: Klaus Eickhoff, Waltraud Kreschner, Hans-Joachim Parchen, Edith Rohrmoser und Ingo Voges. us

Viel Raum widmet der Beirat in seinem Bericht dem Thema Energie und kommt zu schlechten Ergebnissen: Der lange angestrebten Prozess für ein Klimaschutzkonzept für Gleichen habe noch nicht einmal begonnen. Fördertöpfe für energetische Sanierung seien nicht auf alle potenziellen Gebäude zugeschnitten und müssten überarbeitet werden. Der Ausbau regenerativer Energien hat sich „deutlich abgeschwächt“. Windenergie „stagniert“ - auch durch starken Bürger-Widerstand. Dabei beklagen die Mitglieder des Beirates, dass Investoren, Planer, Kommunalverwaltungen und Bürger zu wenig kommunizieren. Konflikte ließen sich vermeiden, „wenn der gemeinsame Wille besteht, eine tragfähige Lösung zu entwickeln und Kompromisse zu finden“. Zugleich lobt der Beirat die Installation regenerativer Wärmeerzeugung im Rathaus der Gemeinde und eine energetische Sanierung des Kindergartens in Rittmarshausen.

Positiv bewertet das Gremium auch den Breitbandausbau in Gleichen: Alle 16 Ortschaften sind „bis auf wenige lokal begrenzte Ausnahmen“ mit schnellem Internet versorgt. Gut für Gleichen sei der begonnene Bau einer Seniorenwohnanlage in Klein Lengden. Nach wie vor leider kaum realisierbar sei ein flächendeckender öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) in der sehr großen Gemeinde. Bedauerlich sei der schlechte Zustand mehrere Radwege - unter anderem zwischen Rittmarshausen und Wöllmarshausen, am Bischhäuser Bach und auf der Strecke Diemarden-Gartemühle. Gut entwickle sich der Kulturbereich in Gleichen - mit vielen Veranstaltungen an attraktiven Veranstaltungsorten.

Der Rat hat den Bericht zur Kenntnis genommen - mit viel Lob für die Beiratsmitglieder.

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