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Beim Gelliehäuser Pfarrhaus faulen die Balken durch

Gemeinde berät über die Zukunft Beim Gelliehäuser Pfarrhaus faulen die Balken durch

Einige 100 000 Euro wird die Sanierung des evangelischen Pfarrhauses in Gelliehausen wohl kosten. Die genauen Kosten ermittelt derzeit ein Gutachter. Nach Meinung des Kirchenkreises Göttingen soll das 200 Jahre alte Fachwerkgebäude aufgegeben werden. Das stößt in Gelliehausen auf Ablehnung.

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Udo Nolte und Georg Freiherr von Uslar/Gleichen bebutachten die Schäden am Pfarrhaus,

Quelle: Peter Heller

Gelliehausen. „Der ganze Ort ist beunruhigt. Ständig werde ich darauf angesprochen, wie es mit dem Pfarrhaus weitergeht“, berichtet Udo Nolte, der dem Kirchenvorstand der evangelischen Apostelgemeinde vorsitzt. Im Mai sei Pastor Wolfgang Schäfer ausgezogen. Er lebe jetzt mit seiner Frau in Waake. Im Erdgeschoss befinde sich noch das Pfarrbüro für die sechs Kirchorte sowie der Gemeindesaal. Letzterer werde für Altennachmittage, Feste und Sitzungen des Kirchenvorstandes genutzt und sei der letzte Saal im Dorf, nachdem die Gaststätte Salzmann geschlossen habe.

„Das repräsentative Fachwerkgebäude prägt zudem das Ortsbild“, betont Georg Freiherr von Uslar-Gleichen, der Patron der örtlichen Kirche. Der Patron hat das Recht, bei Besetzung der Pfarrstelle dem Kirchenvorstand einen neuen Pastor vorzuschlagen. Der Freiherr, dessen Familie das Patronat urkundlich belegt seit 1318 ausübt, beschreibt den schlechten Zustand des Gebäudes. Balken seien zum Teil so faul, dass man den Finger hindurchschieben könne. Von außen müsse das Gebäude bereits mit einem Ständer gestützt werden, damit es nicht einstürze.

„Das Pfarrhaus ist nach der napoleonischen Zeit entstanden“, berichtet von Uslar-Gleichen. Damals sei aus Kostengründen schlechtes Holz verwendet worden. Die letzte umfassende Restaurierung sei Ende der 70er-Jahre erfolgt. Das Gebäude sei kaum gedämmt. „Das Pfarrhaus hätte bereits 2008 erneut saniert werden müssen“, ergänzt Nolte. Damals sei Geld bereit gestellt worden. Die Kirche habe dann aber auf Fördergelder gewartet, die nie bewilligt worden seien.

„Im zentral gelegenen Gelliehausen soll sich künftig das Pfarrbüro für alle Kirchorte der evangelischen Gemeinden in Gleichen befinden“, berichtet Kirchenvorstand Nolte. Darauf hätten sich Vertreter der betroffenen Gemeinden mündlich verständigt. Das Büro müsse sich aber nicht zwangsläufig im Pfarrhaus befinden. Es könne auch die ausgebaute Pfarrscheune nutzen. In ihr habe sich bis vor einigen Jahren der Kindergarten befunden. Er sei dann mit der Einrichtung in Kerstlingerode zusammengelegt worden. Seither stehe die Scheune leer. Noch in diesem Jahr solle eine Entscheidung über den Standort fallen.

„In unserer Gemeinde wird auch das Pfarrhaus in Kerstlingerode verkauft“, sagt Nolte. Es stamme aus den 50er-Jahren. Dieser Verkauf sei nicht umstritten.

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