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Die "Landpartie": 700 Jahre Einfluss auf Land und Leute

Rittergut Sennickerode Die "Landpartie": 700 Jahre Einfluss auf Land und Leute

Der Titel ist Programm, und kaum ein anderer als der Veranstaltungsort ist dafür besser geeignet: das gut 700 Jahre alte Sennickerode. Auf dem gleichnamigen Rittergut wollen die Gleichener mit ihrer ersten "Landpartie unter den Gleichen" am 24. Juni „Landleben im Wandel“ präsentieren.

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Alfons Freiherr von Gleichen-Uslar zeigt die markante Wetterfahene des Gutes, auf dem die Landpartie stattfinden soll.

Quelle: Schubert

Sennickerode. Es soll ein großes Kulturfest werden, das über die Gemeinde hinaus strahlt - mit Viehauftrieb, Handwerkerschau, Spielaktionen, Musik, Theater und Diskussionsrunden. Das Naturverständnis gerade bei Städtern gehe immer mehr verloren, erklärt Mitinitiator Eckhardt Wiesenthal die Intention. „Dabei pulsiert das Leben in den Dörfern“, fügt er an, „ein Leben miteinander und füreinander im Einklang mit der Natur“.

Wo Gleichen heute steht

Ein Anspruch, dem sich auch die Familie Uslar von Gleichen seit Jahrhunderten gestellt und damit die Entwicklung der Region rund um die Gleichenberge mit geprägt hat. "Auch vom Land in die Stadt hinein", sagt Alfons Freiherr von Uslar-Gleichen. "Das Fest ist eine gute Gelegenheit, zu sehen, wo Gleichen heute steht und wie sich die ländliche Region weiter entwickeln kann", fügt der Verwalter des Gutshofes Sennickerode an, das auch durch seine zentrale Lage für die Landpartie geeignet sei.

Die Freiherren von Uslar kommen ursprünglich aus Uslar. Vor 750 Jahren bezogen sie zwei Burgen auf zwei Bergen südöstlich Göttingens, die heute der Gemeinde Gleichen ihren Namen geben. Später zogen die Freiherren in die Täler, unter anderem auf das Gut Sennickerode, heißt es in einer Zusammenfassung zu dessen Geschichte. Von den Burgen existieren heute an einer Stelle nur noch wenige Mauerreste.

In heutiger Form seit 1780

Sennickerode bedeutet nach den weiteren Angaben „Rodung in der Senke“. Der Ort wurde 1309 erstmals urkundlich erwähnt, um 1560 wurden die ersten großzügigen Gebäude errichtet, bestätigt von Uslar. "Zu der Zeit wurden in dieser Region bis zu elf Höfe bewirtschaftet, zum Beispiel auch in Appernrode und Wöllmarshausen." Im Mittelalter stellten die Freiherren von Uslar zwei Stadthauptmänner in Göttingen und Goslar, die beide Städte vor der Zerstörung bewahrten.
Der weitläufige Hof Sennickerode in seiner heutigen rechteckigen Form wurde um 1780 von Thilo-Leberecht von Uslar angelegt.

Festtafel für eine Feier im Spiegelsaal.

Quelle:

Seine Initialen zieren auch die markanten Wetterfahnen auf den Dächern der Gutsgebäude: ein Zähne fletschender Wolf. Um 1880 wurde die Anlage erweitert. Sie besteht bis heute aus mehreren Fachwerk- und Sandsteingebäuden für den Wirtschaftsbetrieb und aus einem im klassizistischen Barock errichteten Haupthaus. Hinzu gekommen sind eine neue große Lagerhalle sowie eine Solar- und Erdwärmeanlagen. "Wir gestalten hier Energiewende im Kleinen", sagt von Uslar. Auf dem traditionsbewussten aber modernen Hof gebe es allerdings eine technische Schwachstelle: "Uns fehlt schnelles Internet."

Das Gutshaus mit Festambiente im Abendlicht

Quelle:

Das Haupthaus wird von Mitgliedern der Familie genutzt. Forst- und Landwirtschaft betreibt die Familie mit drei Partnern in einer Betriebsgemeinschaft. Schwerpunkt dabei ist Ackerbau, so von Uslar: Raps, Weizen, Gerste, Zuckerrüben.

Darüber hinaus verwaltet die Familie eigene Stadt-Immobilien und bietet Säle sowie Garten des Gutshauses über eine eigene Event-Agentur für Feste an. Auch die Initiative "Kultur im Kreis" und die Händelfestspiele haben hier Station gemacht.

factbox

Die "Landpartie unter den Gleichen" am 24.6.: Schafe, Büffel, Trecker, Tanz und Diskussionen

Sennickerode. Aus allen 16 Dörfern in der Gemeinde Gleichen beteiligen sich Vereine, Landwirte, Firmen, Ortsräte die Feuerwehren und andere an der ersten "Landpartie unter den Gleichen" am Sonnabend, 24. Juni, auf dem Rittergut Sennickerode. Mit ihrem Bühnenprogramm und an mehr als 50 Ständen zeigen sie, was eine ländliche Region von heute prägt - mit Beiträgen zu Markt und Kunst, Land- und Forstwirtschaft, Bau und Handwerk, Religion und Toleranz. Exotische Nutztiere wie Wasserbüffel sind ebenso zu sehen, wie Oldtimer-Fahrzeuge. Das Kulturfest beginnt um 10 Uhr mit einem Schafauftrieb und läuft ab 19 Uhr nach dem Schafabtrieb auf eine nahegelegene Wiese mit einem Lagerfeuer aus. Auf der Bühne wird es unter anderem Musik mit den Gleichen Musikanten geben, Plattdeutsche Beiträge, Tango, Trommel-Aufführungen und Afroxé - eine Mischung aus Tanz und Liedern aus Afrika. Um 15 und um 17.30 Uhr diskutieren Experten aus Gleichen über Natur im Wandel und sozialen Wandel auf dem Land. An Marktständen gibt es unter anderem Bauernmöbel, Keramik, Schau-Spinnen, Wildschwein vom Grill und Infos vom Verein Hurkut, von der Spinnerei Gartetal und Waldbühne Bremke. Auch das Tageblatt präsentiert sich als Zeitung für die Region. Parkplätze am Gut (Kreisstraße 15) sind ausgeschildert, die Feuerwehren der Gemeinde regeln den Verkehr. Die Direktverbindung von Bremke (Haspel) zum Gut wird als Einbahnstraße ausgewiesen. us

Landpartie Programm

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