Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Ein Dorf auf Erntetour

Diemardener sammeln gemeinsam Fallobst Ein Dorf auf Erntetour

Apfelernte-Tag als Dorfaktion: Vereint haben am Sonnabend Diemardener auf einer alten Streuobstwiese und in Privatgärten Äpfel geerntet. Ihr Lohn: frischer Öko-Saft für den Eigenverbrauch, Spaß an der gemeinsamen Aktion und Geld für Projekte des Heimatvereins.

Voriger Artikel
Daumenkinos mit Volker Gerling
Nächster Artikel
Reinhausen feiert Herbstsprung

Einige der Helfer bei der Apfelernte.

Quelle: CR

Diemarden. „Das ist Schwerarbeit“, stöhnt Christan Wiesenthal und schüttelt mit einer langen Stange kräftig am voll behängten Ast über ihm – ein Werkzeug Marke Eigenbau aus einer fünf Meter langen Dachlatte. Polternd fallen unzählige Boskoop-Äpfel in eine aufgespannte Plane. „Auf Leitern verzichten wir“, erklärt Wiesenthal, „das ist zu aufwendig und auch gefährlich“.

Etwa 25 Helfer aller Altersklassen sammeln die herunter geschüttelten Äpfel ein oder stöbern in gebückter Haltung durch die Obstwiese mit den alten Apfelbäumen an einem Feldrand westlich von Diemarden auf der Suche nach Fallobst – feste Schuhe an den Füßen und Handschuhe schützen vor Nässe und den Matsch verfaulter Früchte. „Druckstellen dürfen sie haben, aber keine Faulstellen“, erklärt Simon Becker. Der 27-Jährige Student aus Leipzig ist auf Heimatbesuch und ist spontan in die Pflückaktion eingestiegen. Christina Kakridi ist dabei „weil ich hier wohne, weil wir dann das ganze Jahr über den Saft genießen können, und weil es eine gute Gelegenheit ist, andere Leute wieder zu sehen“.

Mehr als 25 Diemardener sind an diesem Sonnabend dabei. Es sind mehr als erwartet, „und auch die Ausbeute lohnt sich in diesem Jahr besonders“, stellt Volker Eisele fest. Er freut sich schon jetzt auf den Saft, „der schmeckt immer“, noch mehr aber auf die „Klönrunden mit den Nachbarn“. Die folgt spätestens beim zünftigen Frühstück in Stehen zwischen den knorrigen Apfelbäumen oder zum Abschluss bei Kaffee und Kuchen.

Seit vier Jahren treffen sich die Diemardener im Herbst zur gemeinsamen Apfelernte, erklärt Susanne Wiesenthal vom Heimatverein, der die Aktion organisiert. Damit verfolge der Verein gleich drei Ziele: „Man macht mal wieder etwas zusammen und lernt vielleicht neue Dorfbewohner kennen. Wir sichern die alten Streuobstwiesen als Kulturgut und tun etwas für die ökologische Nachhaltigkeit. Und wir bekommen leckeren Saft.“

Die gesammelt und von weiteren Diemardenern gespendeten Äpfel werden an diesem Montag, 10. Oktober, gepresst. Alle Erntehelfer und Spender bekommen den erzeugten Saft zum Selbstkostenpreis. Der Überschuss wird ab 11 Uhr am Sporthaus frei verkauft. Der Erlös geht in die Vereinskasse für künftige Projekte. „Aber schon der Saft ist es Wert, mitzumachen, absolut ungespritzt“, sagt Editha Schmidt, mit 77 Jahren eine der ältesten Helfer. „Und es ist eine gute Gelegenheit, raus zu kommen“.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Thema des Tages

Dieser Duft. Zimt, gebackene Äpfel, gebräunter Zucker. So riecht der Herbst in Südniedersachsen – zumindest in einigen Küchen. Zurzeit fallen in den Gärten und an den Wegen die Äpfel von den Bäumen. Zeit für ein Stück selbstgebackenen Apfelkuchen.

mehr
Vor 25 Jahren erhielt der Göttinger Wissenschaftler Erwin Neher den Nobelpreis