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Weihnachtskugeln bei 33 Grad

Dorfflohmarkt in Weißenborn Weihnachtskugeln bei 33 Grad

Ungewöhnlich viele Autos, auch mit auswärtigen Kennzeichen, sind am Sonntag Vormittag durch die Straßen des beschaulichen Fachwerk-Dorfes gerollt. Der Dorfflohmarkt zog trotz der Hitze zahlreiche Besucher an. Noch hält sich der Umsatz am Stand der Familie Koch in Grenzen.

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Trachten und mehr beim Dorfflohmarkt.

Quelle: Christina Hinzmann

Weißenborn. „Die meisten Leute sind wohl im Freibad“, vermutet Waltraut Koch. Sie bietet direkt an ihrem Garten unter anderem Dirndl, Bilder, eine ganze Kiste voller Groschenromane und Kupferbilder an. „Die Bilder hat mein verstorbener Mann gefertigt, aber ich habe so viele davon“, sagt sie. Es sei Zeit, ein wenig aus zu sortieren. In einem Karton wartet originalverpackt ein Caravan-Außenspiegel auf einen Käufer.

„Früher waren wir mit Wohnwagen im Urlaub“, sagt Koch. Eine gelbe Bibo-Handpuppe wechselt den Besitzer, Enkel Finn-Pascal freut sich über zwei Euro für sein Sparschwein. Auch Kochs Mieter Peter Zimmermann beteiligt sich am Stand - mit einem großen aufwändig gebastelten Schiffsmodell der Bounty. In mühsamer Kleinarbeit aus Teilen einer Sammlerzeitung zusammengesetzt. „Da stecken 1000 Euro drin“, sagt Zimmermann. Verkaufen würde er die Bounty für 20 Euro.

Auch Mina, Emma und Sophia hoffen auf eine kleine Taschengeld-Aufbesserung. Ihr Stand einige Häuser neben den Kochs besteht aus einer Decke am Boden. Stofftiere, Spielzeugautos und Kinderschmuck haben die Schülerinnen im Angebot. Das Geld, das sie einnehmen, wird in neues Spielzeug investiert.

Fast 35 Grad und am Stand von Petra Wendt ist schon Weihnachten. Kugeln, Christbaumständer, Lichterkette: alles da. „Nur der Baum fehlt“, sagt sie und lacht. Noch hat sie mit ihrem Flohmarkt-Stand ja einen Schattenplatz.

Matthias Spiller bummelt vorbei. Der promovierte Akademiker hat eine Langspielplatte unter dem Arm. Eine aus den 80er-Jahren, von der Dortmunder Folk-Band Cochiese - produziert in Northeim und Ebergötzen. „Ich bin Indianerfan“, sagt der Mann, der früher in der Region und heute in Süddeutschland lebt. „Cochiese“ war ein indianischer Häuptling. „Meine Kinder tragen Indianer-Namen“, fügt Spiller hinzu und bummelt zum nächsten Stand.

Auch wenn es Dorf gegen Mittag noch recht ruhig zugeht, am Thieplatz herrscht reges Treiben. Die Jugendfeuerwehr hat einen Grill auf gebaut - kalte Getränke und Bratwurst unter schattigen Bäumen schmecken den Besuchern auch bei 33 Grad.

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