Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Einen Wanderung in die Vergangenheit

Besuch bei den Abris Einen Wanderung in die Vergangenheit

Dort wo die Vegetation noch etwas zehn Tage hinter dem Leinetal zurückliegt, in Ischenrode, startet eine vom Bremker Ortsheimatpfleger Rolf Bergmann organisierte Wanderung mit dem Kreisarchäologen a.D., Klaus Grote. Thematisch ging es mindestens bis ins Jahr 3500 vor Christi Geburt, zu den Jägern und Sammlern, zurück.

Voriger Artikel
Reinhäuser putzen ihre Spielplätze heraus
Nächster Artikel
Lesung mit Herbert Günther

Frühjahrswanderung im Bremker Forst.

Quelle: Heller

Gleichen. Trotz kühler Temperatur waren über 40 gut gelaunte und wissensdurstige Mitwanderer gekommen, die sich auf archäologische Pfade begeben wollten. „Ich kann es einfach nicht lassen“, lachte Grote, der diese Wanderungen seit 2012 anbietet, schließlich sei es ja sein Revier.

Sicherer Tritt und festes Schuhwerk

„Und es bleibt immer spannend, ich finde bei meinen Wanderungen immer etwas Neues“. Er war voll in seinem Element, wusste von alten Verkehrswegen zu berichten. „Einen sind wir gerade entlang gegangen, das war die alte Verbindung nach Ischenrode“, so Grote. Doch um zu den wirklichen Highlights der Wanderung zu kommen, da bedurfte es schon festen Schuhwerks und sicheren Tritts.

Denn ein jungsteinzeitlicher Abri steht nicht am Wegesrand, sondern beispielsweise am oberen Ende des Düsteren Tals. Ein Abri, der Begriff stammt aus dem Französischen, ist ein durch natürliche Verwitterungserscheinungen gebildetes Felsschutzdach, das die Menschen in ferner Vergangenheit nutzten.

„Für mich ist dieser Ort auch ein Ruhepunkt“, so Grote, so mancher Wanderstock sei hier entstanden. Grote berichtet von den Jägern und Sammlern vor mehr als 5000 Jahren, die an den Felsüberhängen Schutz suchten, aber auch von Glasmachern, die ab dem 16. Jahrhundert unter dem Schutz der Abris ihrer Arbeit nachgingen.

Erhebliche Flurschäden

Die Glasmacher benötigten Sand, den es in diesem Sandsteingebiet zuhauf gab, und viele Bäume für das Feuer. „Das waren damals Wanderhandwerker, die angefordert wurden und ihre Arbeit erledigten.“ Er berichtet von Hohl- und Stangengläser, aber auch Butzenscheiben, die hier entstanden seien, das belegten viele Funde. „Die Handwerker waren immer nur für eine bestimmte Zeit vor Ort, denn die Glasmacher richteten erheblichen Flurschäden an“, so Grote.

Dann zeigt er auf Wetzrillen im Gestein. „Nein, Messer kann man hier nicht schleifen, die würden stumpf“, sagt Grote. „Vielmehr wurde Sand abgeschabt. Diesen haben die Menschen in der Zeit vor der Reformation der Nahrung zumeist von Tieren beigefügt“, so Grote.

Sie glaubten damals, dass der Sand eine heilende Wirkung habe. Heilende Wirkung erhofft sich Grote auch von mehr Naturschutz in diesem Bereich „Damit keine schlimmen Sachen von Kletterern entstehen“, so der ehemalige Kreisarchäologe.

Von Frank Beckenbach

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“