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Feinstrahl, Malven und wilden Möhren

Exkursion im Baumpark Rüdershausen Feinstrahl, Malven und wilden Möhren

„Na, dann ziehen wir mal los.“ Ein Grüppchen macht sich an diesem sonnigen Sonntag auf den Weg durch den Baumpark Rüdershausen. Unter dem Motto „Natur tut gut“ will Franz-Josef Lange, Regionalbeauftragter für den Naturschutz in Gieboldehausen den Interessierten Schmetterlinge, Käfer, Hummeln und Bienen näherbringen.

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Quelle: CHB

Rüdershausen. Im Sommer sei eine große Vielfalt in der Natur zu entdecken, sagt Lange. Der Betrachter müsse nur genauer hinschauen. Lange, der als Hobby-Ornithologe häufig vogelkundliche Wanderungen anbietet, will auf diesem Rundgang die Vielfalt der blühenden Sommerblumen in Wald und Feld sowie die darauf sitzenden oder sie umfliegenden Insekten zeigen. Im Rüdershäuser Baumpark wachsen Baumarten, die seit 1989 zum jeweiligen Baum des Jahres gekürt wurden. Vor einigen Jahren waren Teile des zwei Hektar großen Geländes noch Müllkippe. Inzwischen ist hier ein schönes Biotop entstanden. Neben Lerchen, Kastanien, Walnussbäumen, Buchen und Weiden bietet der Park auch viel Platz für Wiesenabschnitte, Hecken und einen eigens angelegten Kräuterrasen. „Die Samen sind so fein, die musst du mit Sand vermischen und dann ausbringen“ erklärt Lange. Im ersten Jahr nach der Aussaat sei das hier noch viel schöner gewesen, schwärmt er. Um aber gleich darauf aufmerksam zu machen, wie schön der sich wandelnde Bewuchs ist. Da setzten sich dann eben wieder andere Arten durch. 

Was da so "überwuchert ist mit Brennnesseln", erklärt Lange "ist eine Benjes-Hecke". Dünnerer Gehölzschnitt wird dafür in Linien aufgeschichtet, Samen lagern sich hier an. Diese Hecken seien der perfekte Unterschlupf für viele Tiere. Und die Brennnesseln nähren die Raupen von Schmetterlingen wie  Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge und Admiral. „Wisst ihr ja“, sagt Lange zu seinem recht sachkundigen Publikum. 

Der Ingenieur und Hobby-Ornithologe  ist in seinem Element. Den Baumpark hat er mit aufgebaut, der Naturschutz scheint für ihn eine Herzenssache zu sein. Lange erzählt und zeigt. Vorbei geht es an Flächen voller Flockenblumen und wilden Möhren. „Sind die nicht schön“,  schwärmt er über die grazilen weißen Blüten. Diese Doldenblütler ziehen Käfer, Wildbienen, Blattwespen, Wanzen  und Fliegen an. Oder die Distel, die wolle man natürlich nicht in Mengen im Garten haben, aber ein paar dieser häufig von Schmetterlingen besuchten Blumen seien toll . Hoher Feinstrahl, Spitzwegerich, prachtvoller gelber Rainfarn und Malven stehen da im Baumpark. Sie alle dienen Insekten als Nahrungsquelle, vor allem Hummeln finden sich hier in großer Zahl, Bienen, hektisch flattern Schmetterlinge  wie das Kleine Wiesenvögelchen vorbei.

Ein Mädchen entdeckt einen hübschen schillernden Käfer. Das Bestimmungsbuch wird zu Rate gezogen, ein Glanzkäfer ist es. Anregungen en masse bietet Lange. Er macht die Besucher auf einen Steinhaufen aufmerksam, in dem Eidechsen und kleine Schlange leben. Jetzt nach den Erschütterungen vieler menschlicher Füße zeigen sie sich natürlich nicht. Er weist noch auf  Sträucher wie den Sanddorn hin und  lobt den Amberbaum, der mit seinem schönen Wuchs, der tollen Herbstfärbung ein guter Straßenbaum sei. Und außerdem keine klebrigen Früchte wie etwa die Linde habe. Dann endet ein wunderbar anregender Spaziergang durch den Baumpark - der übrigens auch ohne Führung unbedingt einen Besuch wert ist.

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Von Redakteur Christiane Böhm

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