Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Flüchtlinge fünf Tage ohne Strom

EON-Konzern reagiert kulant Flüchtlinge fünf Tage ohne Strom

Ende gut, alles gut: Fünf Tage saßen Hassan Hytam und seine Tochter im Dunkeln. Die Flüchtlinge hatten Rechnungen nicht bezahlt und ihr Stromlieferant den Strom abgeklemmt - sie konnten die Mahnungen nicht lesen. Ihr Vermieter schaltete sich ein, das Tageblatt hakte nach. Inzwischen ist der Strom wieder da und alles weitere geklärt.

Voriger Artikel
Beim Gelliehäuser Pfarrhaus faulen die Balken durch
Nächster Artikel
Strohballen brennen in der Feldmark

Hasan Hytam und Tochter Lojen sind froh, dass alle Gebühren jetzt bezahlt sind und sie in ihrer Bremker Wohnung wieder Strom haben.

Quelle: R

Bremke. „So kann man doch nicht mit Flüchtlingen umgehen“, schimpft Horst Fädrich, Vermieter der betroffenen Familie. Mit den üblichen Formbriefen seien Menschen, die noch nicht gut Deutsch sprechen und lesen können, überfordert. Erbost ist der frühere Ortsbürgemeister von Bremke auch über knappe Fristen: Am 10. August habe das Unternehmen EON die Stromsperrung angekündigt. Damit das geforderte Geld überwiesen wird, habe sich Hytam an das Göttinger Jobcenter gewandt.

Das habe eine zusätzliche Kostenaufstellung von der EON gefordert. Die habe die Familie am 17. August dort beantragt – aber bereits am 22. sei der Strom abgeklemmt worden. „Ich hätte eine Fristverlängerung erwartet“, so Fädrich. Stattdessen zahlte er zunächst die fälligen Rechnungen und beschwerte sich bei dem Unternehmen. Wenige Tage später lief plötzlich alles wieder Rückwärts, ausgelöst auch durch die Recherchen des Tageblattes.

„Grundsätzlich gehen wir mit dem Thema Stromsperrungen äußerst sensibel um“, erklärte Stefan Moriße, Sprecher der EON Energie Deutschland GmbH in Kassel. Betroffene Kunden sollten sich frühzeitig melden, um eine gemeinsame Lösung zu finden. „In diesem Fall lagen uns über die besondere Situation von Herrn Haytam aber keine Informationen vor“, so Moriße weiter. Er bedauere auch Haytams nach Kontakten am 13. und 17 August nicht mehr Zeit eingeräumt wurden. Zusätzlich hat das Unternehmen als „kleines Entgegenkommen“ sämtliche Kosten, die durch Mahnungen, die Sperrung sowie Wiederinbetriebnahme des Zählers entstanden sind.

Inzwischen wird auch wieder regelmäßig Geld überwiesen. Denn gehakt hatte es auch beim Jobcenter des Landkreises. Beim Übergang von Leistungen aus verschiedenen Töpfen für die Tochter „gab es Verzögerungen“, räumte Kreissprecher Ulrich Lottmann ein. Dabei hätten mehrere Faktoren eine Rolle gespielt – auch fehlende Unterlagen von den Antragstellern. In der Folge wurden Leistungen verkürzt oder nicht überwiesen. Am 24. August aber sei entschieden worden: Rückwirkend zum 1. August bekommt Familie Haytam wieder mehr Geld.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Buntes Fest gegen Rassismus in Göttingen