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Freiwillige Deutschkurse für Flüchtlinge

Rittmarshausen Freiwillige Deutschkurse für Flüchtlinge

Seit vergangenem Jahr bietet die Göttinger Kreisverwaltung Flüchtlingen und Asylbewerbern im ländlichen Raum Deutschkurse an – obwohl der Landkreis dazu nicht verpflichtet ist.

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Die Rückmeldung der Kursteilnehmer aus Kamerun, Mazedonien, Afghanistan, Montenegro und Albanien war fast ausschließlich positiv.

Quelle: Archiv

Rittmarshausen. Am Montagvormittag besuchte Kreis-Sozialdezernent Marcel Riethig den Sprachkurs in Rittmarshausen. Riethig wollte sich ein Bild darüber machen, was gut läuft und was nicht – und ob sich die Teilnehmer, sechs Frauen und ein Mann, wohlfühlen.

Die Rückmeldung der Kursteilnehmer aus Kamerun, Mazedonien, Afghanistan, Montenegro und Albanien war fast ausschließlich positiv. Die Menschen in Rittmarshausen seien sehr freundlich und sehr nett, waren sich die Teilnehmer einig. Ihre zwei Kinder hätten beim Spielen schnell Kontakt zu Gleichaltrigen gefunden und lernten gut deutsch, meinte eine junge Frau aus Kamerun.

Ein Problem sei allerdings die unzureichenden öffentlichen Verkehrsverbindungen nach Göttingen, erklärten mehrere Kursteilnehmer. Gerade Flüchtlinge müssten ziemlich häufig Behördentermine in Göttingen wahrnehmen. Kursleiterin Angela Riedmüller wies zudem darauf hin, dass die Kosten für eine Einzelfahrt nach Göttingen von fünf Euro das schmale Budget der Menschen erheblich belaste.

Weil nach Bundesrecht ein Deutschkurs erst nach einer Anerkennung des Asylantrags gewährt werden könne, erklärte Riethig, seien die Rittmarshäuser Sprachkurse ein rein freiwilliges Angebot des Landkreises Göttingen. Unterstützung des Bundes gebe es dafür nicht. So, wie es mit Blick auf eine erfolgreiche Integration nicht laufen sollte, zeigt der Fall einer afghanischen Mutter, die bereits seit fünf Jahren in Deutschland lebt. Dennoch ist der Kurs in Rittmarshausen für sie der erste Deutschkurs.

An ihrem früheren Wohnort in Norddeutschland gab es kein solches Angebot, ihre geringen Deutschkenntnisse wurden ihr hauptsächlich von ihren Kindern vermittelt. Seit sie in Rittmarshausen mit dem systematischen Deutschlernen begonnen hat, macht sie rasante Fortschritte.

Für Sozialdezernent Riethig ist das freiwillige und daher vom Bund nicht unterstützte Angebot sowohl im Hinblick auf die Integration als auch auf den Arbeitsmarkt unverzichtbar: „Wir leisten uns das, weil wir wissen, dass wir uns keine Sprachkurse nicht leisten können.“

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Von Redakteur Matthias Heinzel

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