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„Das Erscheinungsbild wird sich verändern“

Sanierung der Kirche Rittmarshausen „Das Erscheinungsbild wird sich verändern“

Das Dach inklusive Kirchturmkugel ist erneuert, die Decke im Innenraum bereits wieder hergestellt. Wenn es weiter so gut läuft, ist die Marienkirche in Rittmarshausen bis Oktober fertig saniert. Wer genau hinschaut, kann schon jetzt an einer Probestelle sehen, wie ihr Außenputz dann aussehen wird.

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Zurzeit wird ein Unterputz aufgespritzt, der Farbputz folgt später.

Quelle: HW

Rittmarshausen. Das war für viele im Dorf eine der größten Überraschungen seit Beginn der Grundsanierung vor gut einem Jahr: Die barocke Kirche, deren Sandsteinmauern seit Jahrzehnten offen liegen und sichtbar sind, war ursprünglich verputzt - „wie das Schloss gleich gegenüber“, erklärte die Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Gabriele Tappe-Seufer. Das sei auf alten Fotos aus den 1950er-Jahren noch zu sehen. Wetter und Salpeter hätten dem Material offenbar so zugesetzt, dass der Putz mit der Zeit komplett abgebrochen ist. Das wiederum habe schwerwiegende Folgen für die Steine der Kirchenmauern, ergänzte Erich Meister, Baubeauftragter des Vorstandes. Der verwendete Sandstein aus einem Steinbruch bei Rheinhausen sei nicht geeignet als sichtbarer Mauerstein, er wäscht schnell aus.

Zu seinem Schutz hätten die Kirchenvorsteher schon um 1890 einen Naturputz aufgetragen, erklärte Restaurator Gerd Belk aus Fulda. Dieser werde jetzt rekonstruiert. Belk: „Damit bekommt die Kirche ein anderes Erscheinungsbild als in den vergangenen Jahren, aber die Gemeinde trägt das mit.“

Vorgesehen ist ein sandfarbener Außenputz, der nicht übergestrichen wird. Zwei Musterflächen mit unterschiedlicher Farbgebung hat der Vorstand rechts von der Eingangstür aufbringen lassen – die Wahl fiel auf den helleren Ton.

In den vergangenen Wochen haben Facharbeiter marode Fugen ausgeräumt, restauriert und brüchige Steine ersetzt. Zurzeit wird ein Unterputz aufgetragen, dann folgt der farbliche Putz. Inzwischen seien Hohlräume in den Mauern verfüllt worden. Sogenannte Strumpfanker, die längs durch das Mauerwerk getrieben werden, sollen diese zusätzlich stabilisieren, erklärte Belk.

Im vergangenen Jahr haben Dachdecker bereits Dach und Dachboden saniert, inklusive einer neuen Treppe von der Orgelempore zum Dachgeschoss. Im Dezember sei die Bekrönung wieder aufgesetzt worden, so Meister.

Feuchtigkeit und massive Folgeschäden hatte der gewölbeartige Innendecke so zugesetzt, dass sie 2013 notdürftig abgestützt werden musste. „Ende 2014 stand der Finanzierungsplan für die Grundsanierung“, erinnerte Meister, „2015 kam schon die Zusage“. 1,1 Millionen Euro investiere die Landeskirche in die Sanierung. Zum vergangenen Pfingstfest gab es wieder einen Gottesdienst in der Kirche, im Oktober sei ein Abschlussgottesdienst für das Projekt geplant, so Tappe-Seufer.

Die Kirche:

Die in barockem Stil gehaltene Marienkirche wurde 1765 erbaut. Der Kanzelaltar zeigt Szenen der Geschichte von Marta und Maria, die im Lukasevangelium erzählt wird. Außerdem ist der auferstandene Christus mit Kreuz und Siegesbanner auf einer Wolke zu sehen. Rittmarshausen gehört mit Beienrode, Benniehausen, Gelliehausen, Kerstlingerode und Wöllmarshausen zur Apostel-Kirchengemeinde.

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