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„Kühe sind nicht nur Nutztiere“

Kuhdressur in Niedeck „Kühe sind nicht nur Nutztiere“

Mit den Vorurteilen gegen Kühe aufzuräumen, das haben sich vier junge Frauen aus der Gemeinde Gleichen zum Ziel gesetzt. Daher trainieren Rosina Espig, Verena Heine, Anna-Ruffina von Gilsa und Hanna Perl seit mehr als zwei Jahren mit ihren Kühen, um zu zeigen, dass Kühe nicht nur Nutztiere sind.

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Rosina Espig hat der Kuh Kunststückchen Begebracht.

Quelle: Peter Heller

Niedeck. Die jungen Frauen im Alter von elf bis 28 Jahre sind eng miteinander befreundet und treffen sich regelmäßig am Wochenende auf einer abgelegenen Kuhweide in Niedeck, um mit ihren Kühen Milli, Molli, Ursel, Ophira und Flickan Tricks einzustudieren. Gegen eine kleine Leckerei wie ein Stück Brot oder eine Möhre verbeugen sich die Tiere oder stellen sich auf ein Podest. Zusätzlich trainieren die Freundinnen, auf den Tieren zu reiten. „Als kleine Kinder haben wir uns vorgestellt, wir seien Feen und würden auf weißen Stieren reiten. Daher kommt die Idee, auf unseren Kühen zu reiten“, erzählt Espig.

Doch geht es den tierlieben Frauen bei der Dressur der Kühe nicht allein um ihr Vergnügen. Den Freundinnen zufolge wollen sie vor allen Dingen darauf aufmerksam machen, dass Kühe ihren Ruf als hirnlose Nutztiere zu Unrecht haben. „Viele Leute haben Vorurteile gegen Kühe. Wir versuchen die Vorurteile mit dem, was wir machen, zu entkräften. Kühe sind genauso liebenswert wie Hunde“, erklärt von Gisla. „Die Unterscheidung von Haustier und Nutztier ist das Problem. Kühe sind nicht nur Nutztiere. Sie sind genauso viel wert wie andere Tiere“, sagt Heine.

Die Kühe sind vom Schlachthof gerettete Tiere aus der Niedecker Umgebung und leben nun auf einer abgelegenen Weide in der Nähe eines Waldgebiets. Laut Espig sollen einige der Tiere zukünftig als Therapiekühe eingesetzt werden. „Die Kühe sind unsere Freunde. Wir haben viel Zeit mit ihnen verbracht und uns große Mühe im Umgang mit ihnen gegeben. Manche haben bevor sie zu uns gekommen sind, ein schweres Leben gehabt“, meint Espig. „Sie haben alle ihren eigenen Charakter“, so Espig.

Die vier Freundinnen haben eine enge Beziehung zu ihren Kühen und können daher deren Körpersprache deuten. „Die Kühe haben manchmal gute Laune und manchmal schlechte Laune - so wie wir Menschen. Meistens ist es wetterabhängig“, schildert von Gilsa. „Wenn die Kühe keine Lust haben, geritten zu werden, dann striegeln wir sie oder kuscheln mit ihnen“, fügt Heine hinzu.

Die große Liebe zu Tieren verbindet die Freundinnen. Sie besuchen ihre Tiere immer, wenn sie Zeit dafür finden. „Es ist nicht immer einfach, weil wir zur Schule gehen oder andere Verpflichtungen haben. Aber trotzdem sind die Tiere unser Leben und wir kämpfen für ihr Leben“, sagt von Gilsa.

Ferienfreizeit

Inga Espig bietet auf ihrem Hof in Niedeck von Montag, 4. bis Freitag, 8. Juli, von 8 bis 16 Uhr eine Ferienfreizeit für Kinder an. Die Teilnehmer müssen zwischen sechs und zwölf Jahre alt sein. Interessierte melden sich auf der Internetseite vhs-goettingen.de an. Weitere Infos zum Programm unter Telefon 05508/1400.aa

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