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Einblicke in die Psyche

Prozess wegen Vergewaltigung Einblicke in die Psyche

Der Prozess gegen einen 44-jährigen Mann, der vor mehr als zehn Jahren seine frühere Lebensgefährtin zweimal vergewaltigt und deren Tochter in fünf Fällen sexuell bedrängt haben soll, ist am Montag fortgesetzt worden. Dabei ging es in erster Linie um die psychologische Einschätzungen der Frau und des Angeklagten.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Das Landgericht hatte an den beiden vorherigen Prozesstagen die Öffentlichkeit ausgeschlossen, weil die ehemalige Lebensgefährtin und deren Tochter ausgesagt hatten und dabei nach intimen Details befragt worden waren. Die Anklage wirft dem Mann vor, die Frau im September 2002 in Gieboldehausen und Anfang 2003 in Rittmarshausen zweimal vergewaltigt zu haben. Außerdem soll er sich der damals zehnjährigen Tochter seiner Lebensgefährtin genähert haben, unter anderem unter der Dusche, in der Badewanne und im Bett des damals elfjährigen Mädchens. Der Angeklagte streitet die Vorwürfe ab.

In der Verhandlung am Montag sagte ein Facharzt der Asklepios-Klinik aus, der regelmäßig mit der Frau therapeutische Gespräche geführt hatte. Der Mediziner erklärte, sie sei jahrelang medikamenten- und opiatabhängig gewesen und an einer depressiven Störung mit psychotischen Schüben gelitten. In dieser Zeit habe sie mehrfach diffus von angeblichen Vergewaltigungen gesprochen, nicht nur durch den Angeklagten.

Ein Gutachter erklärt am Montag, der Angeklagte leide unter Persönlichkeitsstörungen, habe regelmäßig soziale Normen missachtet und führe einen Lebensstil mit starkem Hang zu Straftaten. In seiner sexuellen Orientierung sei er jedoch nicht auffällig, auch nicht in Richtung einer pädophilen Neigung.

Der Angeklagte verweist zudem darauf, dass bei früheren Vorwürfen seiner Ex-Freundin gegen ihn von sexuellen Übergriffen noch keine Rede gewesen sei. Als Beleg dafür präsentierte seine Anwältin in der Verhandlung am Montag Briefe des mutmaßlichen Opfers aus der Zeit nach den angeblichen Übergriffen. Darin habe die Frau ihre Liebe zu ihrem damaligen Lebensgefährtin bekundet. Diese Briefe will das Gericht jetzt einsehen.

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