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Rettungsaktion für Mehrzweckhalle Groß Lengden

Dörfer fordern Landeszuschuss Rettungsaktion für Mehrzweckhalle Groß Lengden

Etwa 250 Teilnehmer haben am Donnerstag mit einem Aktionsfest in Form einer Hallen-Demo inklusive Sporteinlagen für den Erhalt ihrer Mehrzweckhalle gekämpft. Sie muss dringend saniert werden. Das Amt für regionale Landesentwicklung hatte einen Förderantrag überraschend abgewiesen.

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Aktionstag mit Sport und Plakaten in der maroden Mehrzweckhalle Groß Lengden.

Quelle: Hinzmann

Groß Lengden. Rot-weiße Kegel markieren die Löcher im Bodenbelag und undichten Rahmen der Fenster. „Rettet unser DGH“ steht auf den Plakaten, die Kinder und Jugendliche hoch halten. „Auch wir halten uns hier fit“, verkündet die Jugendfeuerwehr auf einem Banner. Aus Groß Lengden, Klein Lengden, Sattenhausen, Benniehausen und vielen anderen Nachbardörfern sind sie gekommen, um ihrem Unmut Luft zu machen – manche tragen Bauhelme als Symbol für den Zustand der etwa 40 Jahre alten Halle. „Wir brauchen sie für unser Fußballtraining“, ruft Lukas ins Mikrofon. „Wir wollen hier Turnen bis zu den Urnen“, ergänzt eine Frau aus Turngruppe des Sportvereins.

 
Vier Hallen gebe es in der Gemeinde Gleichen, erklärte der Sportvereinsvorsitzende Klaus König – für 16 Dörfer. Die Halle werde von vielen Sportgruppen genutzt, als Dorfgemeinschaftshaus auch für viele Veranstaltungen und von anderen Gruppen wie den Gesangsverein und die Jugendfeuerwehr.

Pläne, die Halle zu sanieren, gibt es schon lange. Weil die Gemeinde Gleichen als Eigentümer eine Grundsanierung aber nicht alleine stemmen kann, hatte sie das Projekt gemeinsam mit Friedland und Rosdorf als kommunale Partner für ein Förderprogramm zur regionalen Landesentwicklung angemeldet. „Wir haben da viel Arbeit reingesteckt“, betonte Gleichens Bürgermeister Manfred Kuhlmann (SPD). „Und wir hatten fest mit einem Zuschuss gerechnet“, ergänzte Ortsbürgermeister Johannes Thiery (Dorfliste GL). Kurz vor Weihnachten kam der Bescheid: Ein gemeinsames Projekt in Rosdorf wurde bedacht, Groß Lengden ging leer aus.

 
Der erste Schreck sei groß gewesen, inzwischen aber auch viel passiert, berichteten Thiery und Kuhlmann: Ein Bündnis von Nutzern der Halle hat einen Brief an den Landesbeauftragten für Regionale Landentwicklung geschickt, Landespolitiker eingeschaltet und mit Hilfe der SPD-Abgeordneten Gabriele Andretta (SPD) am Mittwoch Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) um Unterstützung gebeten. Dort habe es „keine Ablehnung und keine Zustimmung, aber ein wenig Zuversicht gegeben“, so Kuhlmann. Mit einem neuen Antrag könnten die Groß Lengder vielleicht noch in die Förderrunde 2016 oder 2017 kommen, fügte er hinzu. Dafür werde sich auch der Landkreis einsetzen, versicherte die Erste Kreisrätin Christel Wemheuer (Grüne).

Politiker hoffen auf neuen Antrag

Die Gemeinde Gleichen soll so schnell wie möglich einen neuen Förderantrag für die Sanierung der Mehrzweckhalle in Groß Lengden stellen. Das haben an diesem Donnerstag die Ortsräte aus Groß Lengden, Klein Lengden und Sattenhausen in einer gemeinsamen Sitzung beschlossen. Dabei setzen sie auf ein früheres Konzept.

 
Nach einem Aktionstag zur Rettung der Halle hatten sich die Ortsräte zu einer Krisensitzung getroffen. „Alles ist offen, aber wir sollten es versuchen“, bilanzierte Gleichens Gemeindebürgermeister Manfred Kuhlmann (SPD) vorangegangene Gespräche im Sozialministerium. Die Gemeinschaftshalle muss dringend saniert werden, aber das Niedersächsische Amt für Landesentwicklung hatte einen Förderantrag abgelehnt. Inzwischen sei der Grund bekannt, erklärte Groß Lengdens Ortsbürgermeister Johannes Thiery (Dorfliste): Gleichen wollte die Halle als Sporthalle in Schuss bringen und hatte dabei eine Nutzung durch die Grundschule im Fokus. Das sei nicht zulässig. Gefördert würden nur Projekte, die allen Bürgern der ländlichen Gemeinde zugutekommen. Es müsse eine saubere Trennung zwischen Mehrzweckhalle und Schule geben, auch wenn sie dort Sport unterrichtet.

 
Das frustrierte die Ortspolitiker und Vertreter des Gemeinderates gleich doppelt. Schon vor Jahren hatten sie mit Architekt Ingo Voges ein Sanierungskonzept erarbeitet, dass den Charakter der Halle als Gemeinschaftshaus betont – mit baulicher Trennung zur Schule. Es sieht außer einer Komplettsanierung von Fenstern, Fassaden und Fußboden einen Anbau zur Straße für neue Sanitäranlagen vor. Der Haken: In dieser Form sei eine Sanierung teurer, so Voges. „Vielleicht aus falscher Bescheidenheit“ habe die Gemeinde abgespeckte Sanierungspläne zum Förderantrag eingereicht, mutmaßten einige Politiker. Jetzt soll sie die alten Pläne reaktivieren. Zugleich forderten Klaus-Werner Hanelt (WG Klein Lengden) und Wolfgang Rümenapf (FW Sattenhausen) einen Plan B. Wenn der Antrag erneut  angelehnt wird, „müssen wir eine andere Lösung finden“, so Rüme­napf.

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