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"Das Herz der Einigkeit"

Siemerode und Weißenborn feiern die Deutsche Einheit "Das Herz der Einigkeit"

Zum 27. Mal haben das niedersächsische Dorf Weißenborn in der Gemeinde Gleichen und der thüringische Nachbarort Siemerode in der Gemeinde Hohes Kreuz am Montag die Deutsche Einheit gefeiert. Rund 300 Gäste kamen dazu ins Dorfgemeinschaftshaus in Siemerode.

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Siemerode und Weißenborn haben zum 27. Mal die Deutsche Einheit gefeiert.

Quelle: Wenzel

Siemerode/Weißenborn. "In Dresden wird heute der Tag der deutschen Einheit gefeiert, in Siemerode wird sie gelebt. Seit 26 Jahren. Zum 27. Mal", sagte Manfred Grund, CDU-Bundestagsabgeordneter aus dem Eichsfeldkreis. Grund erinnerte in seiner Rede an den populären evangelischen Pfarrer Oskar Brüsewitz, der sich im August 1976 in Zeitz, Grunds Geburtsort, aus Protest gegen das DDR-Regime und den Kommunismus mit Benzin übergoss und anzündete.

Brüsewitz erlag wenig später seinen Verbrennungen. Auch wenn der Vorfall vertuscht werden sollte, sei die Nachricht sehr zum Ärger der DDR-Oberen dennoch an die Öffentlichkeit gelangt, sagte Grund. "Brüsewitz war einer, der den ersten Stein aus der Mauer geschlagen hat", sagte Grund. Brüsewitz Selbstverbrennung sei ein Fanal gewesen für das, was letztlich zum Ende der DDR geführt hat. "Bei den Wirren im Herbst 1989 ist es ein großes Wunder, dass es nicht zu Gewalt gekommen ist", sagte Grund.

"Haltet durch. Macht weiter so", forderte Gerold Wucherpfennig, CDU-Abgeordneter im thüringischen Landtag, die Siemeröder auf. Das Fest sei eine "hervorragende Tradition", sagte er vor dem Hintergrund, dass Thüringen nach seinen Angaben in diesem Jahr zum ersten Mal keinen eigenen Festakt zur Deutschen Einhalt veranstaltete.

Detlef Lesser (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Hohes Kreuz, mahnte, dass die Jugend Mauerfall nicht vergessen dürfe. Vor der Wende sei zwar nicht alles schlecht gewesen, aber nach der Grenzöffnung war alles besser. "Wir hatten schließlich Westgeld und Bananen", sagte Lesser ironisch. Amtskollege Manfred Kuhlmann (SPD) aus der Nachbargemeinde Gleichen betonte, dass Einheit auch Einigkeit voraussetze. Das sei nicht überall gegeben. In Siemerode und Weißenborn hingegen werde Einigkeit gelebt. "Hier pulsiert das Herz der Einigkeit", sagte Kuhlmann.

Das sahen auch Margret Predatsch und ihre Freundinnen aus Leinefelde und Heiligenstadt so. Seit 2009 kommen sie jedes Jahr zur Einheitsfeier. "Ist immer lustig, ist immer schön. Und alles zu Ostpreisen", sagte Predatsch und hakte sich zum Schunkeln zur Musik der Tanzkapelle Thanas ein. Zuvor hatte die Band die Nationalhymne, das Niedersachsen- und das Eichsfeldlied gespielt. Die Gäste sangen kräftig mit. Bereits am Abend zuvor sei die Stimmung großartig gewesen, sagte Peter Nolte, einer der Initiatoren des Festes. 500 meist junge Leute hätte ausgelassen gefeiert. Es sei sehr ergreifend gewesen, wie auch sie die Hymnen mitgesungen hätten, sagte Nolte. 

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