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Spinnen und Weben in den Ferien

Historische Spinnerei Gartetal Spinnen und Weben in den Ferien

Von der Schafswolle zum feinen Zwirn: Im Rahmen des Ferienprogramms haben Schüler aus Göttinger Gemeinden in der Historischen Spinnerei im Gartetal das Weberhandwerk kennengelernt und ausprobiert.

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Ferienprogramm in Spinnerei Gartetal: Lia (links) und Lina bei der Wollverarbeitung.

Quelle: Harald Wenzel

Gleichen. Ein bollernder Holzofen wärmt die Stube, in der rund 15 Kinder aus Gleichen, Friedland und Rosdorf am Montag das Weber-Handwerk kennenlernen. Überall liegt rohe Wolle, einige Kinder sind mit dem Verdrehen von Fäden beschäftigt: „Ich habe für Liah ein Armband gemacht“, erzählt Lina stolz.

"Das wird am besten"

„Dafür haben wir die rohe Wolle gekämmt, und dann hält einer das Stück und der andere dreht.“ Mit den selbstgesponnenen Fäden und gesammelten Weidenholz wollen sie später Traumfänger basteln — „das wird am besten,“ freut sich Liah.

Ferienprogramm in Spinnerei Gartetal mit Claudia Herbst und Kindern.

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Nebem dem Spaß geht es Claudia Herbst, Mitarbeiterin in der Historischen Spinnerei, auch darum, zu vermitteln, „wie früher Stoffe produziert wurden“. Angefangen habe das mit pedalbetriebenen Spinnrädern, mit denen vor allem Frauen einen Zuverdienst für die Familie erarbeiten konnten, erklärt sie.

Die mussten „immer schön langsam und gleichmäßig treten“ und gleichzeitig die gekämmte Wolle aufdröseln — eine Tätigkeit, bei der immerhin gleichzeitig gesungen und gedichtet werden konnte, erzählt sie weiter.

Anschaulicher Geschichtsunterricht

Anhand der Spinnmaschinen illustrierte sie aber auch die Auswirkungen der Industrialisierung: „Das ist im Grunde nichts anderes, als ihr heute Vormittag gemacht habt“, erklärte sie den Kindern im Maschinensaal der historischen Spinnerei — „nur, dass die Spinnmaschinen 240 Fäden gleichzeitig verdrehen können.“ Dass dann in der ganzen Fabrik mussten nur noch Acht bis zehn Leute arbeiteten, sorgte bei den Kindern für ungläubiges Staunen.

Von Christoph Höland

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