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„Einer bietet sogar eine Kutsche an.“

Dorfflohmarkt in Bremke „Einer bietet sogar eine Kutsche an.“

„Zum Wegwerfen zu schade... - aber ich brauche dieses Teil nicht mehr!“ - das ist das Motto des ersten Dorfflohmarktes in Bremke. Der Bremker Ortsrat hat den Flohmarkt für Sonntag, 31. Juli, in der Zeit von 10 bis 15 Uhr organisiert.

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„Eine tolle Sache“

Bremke. Jeder Einwohner im Dorf kann während des Flohmarktes auf seinem Grundstück Waren zum Verkauf anbieten. „Die Idee für einen Dorfflohmarkt ist durch die neue Sperrmüllregelung entstanden. Der Sperrmüll wird nur noch auf Abruf abgeholt. Daher bleibt bei manch einem immer irgendwo etwas liegen“, sagt der stellvertretende Bremker Ortsbürgermeister Werner Wille (CDU). „Vieles ist einfach zu schade zum Wegwerfen.“

Haushalte, die einen Verkaufsstand haben, seien mit einem für Besucher gut sichtbaren Flyer gekennzeichnet, sagt der 64-Jährige. Der Bremker schätzt, dass etwa 60 bis 70 Haushalte ihre Waren auf dem eigenen Grundstück zum Verkauf anbieten werden. „Die Leute bieten teilweise wirklich kuriose Sachen an. Ich weiß unter anderem von einer Poliermaschine für Pkw, einem Westernsattel, einer Rückenspritze, einem Rennrad und einem Sofa.

Einer bietet sogar eine Kutsche an.“ Gerade für solche schweren Gegenstände sei ein Verkaufsstand vor der Haustür praktisch. So müsse man die schweren Sachen nicht weit tragen, erklärt Wille.

Doch geht es bei diesem Dorfflohmarkt nicht allein darum, dass unterschiedliche Gegenstände den Besitzer wechseln; auch Dienst- und Hilfeleistung werden am Sonntag angeboten. Ein Beispiel dafür ist Wille zufolge das Einrichten und Bedienen von technischen Geräten „Man glaubt gar nicht, wie schwer es für manche Leute ist, beispielsweise einen neuen Fernseher zu installieren. Die Idee ist, dass man sich in der Dorfgemeinschaft auch zukünftig einfach gegenseitig hilft.“

Im Bremkertaler Lädchen liegen zwei Ordner aus, in die sich die Dorfbewohner eintragen können. In den ersten Ordner tragen die Bremker bis Sonntag ein, was sie verkaufen wollen, oder was sie suchen. In den zweiten Ordner, der auch noch nach dem 31. Juli dort ausliegt, können sich Dienst- und Hilfeleistende sowie Suchende eintragen.

„Mit den Hilfeleistungen soll kein Schwarzmarkt entstehen. Verständnis füreinander soll aufgebracht und somit die Nachbarschaftlichkeit vertieft werden“, erläutert der stellvertretende Ortsbürgermeister. „Ich erhoffe mir, dass Bremke mit dem Dorfflohmarkt auch bei Nicht-Bremkern bekannt wird. Ich erhoffe mir auch, dass unsere Waldbühne dadurch noch bekannter wird.“

Flohmärkte

Der erste Flohmarkt in Deutschland wurde 1967 in der Altstadt von Hannover ausgerichtet. Der Begriff „Flohmarkt“ stammt aus dem Spätmittelalter und bezieht sich auf die Kleidergaben eines Fürsten. Schenkte der Fürst dem Volk seine Kleider, handelte das Volk mit den Kleidungsstücken. Wegen der schlechten hygienischen Bedingungen im Mittelalter übertrugen sich mit dem Kleidungsstück auch Flöhe.

Von Alisa Altrock

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