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Muss Gleichen eine weitere Schule schließen?

Immer weniger Erstklässler Muss Gleichen eine weitere Schule schließen?

Die Zahlen sind alarmierend: Immer weniger Erstklässler kommen in die vier Gleichener Grundschulen. In Bremke wird es bald nur noch zwei Klassen überhaupt geben und auch in Groß Lengden künftig Kombiklassen. Zunehmend werden Sorgen laut, dass Gleichen eine weitere Schule schließen muss.

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Gibt es bald leere Schulen und leere Klassen in der Gemeinde Gleichen. Die Anmeldezahlen für ihre Grundschulen sind alarmierend.

Quelle: dpa-Zentralbild

Gleichen. Im nächsten Schulausschuss des Rates will die Verwaltung die aktuellen Zahlen vorlegen. Nach ihren Prognosen wird es in den kommenden Jahren bis zum Schuljahr 2023/24 in Bremke nur etwa elf Anmeldungen für die jeweils neue 1. Klasse geben, 2021 nur fünf. Für die Grundschule Groß Lengden geht die Verwaltung zurzeit von 11 (2022) bis 18 (2019 und 2020) Neuanmeldungen aus. In Diemarden rechnet sie mit 15 (2021) bis 22 Anmeldungen. Hier erwartet sie allerdings im kommenden Schuljahr noch einmal einen Schub mit 26 Erstklässlern. Noch am besten steht die Gartetalschule in Kerstlingerode da: Abgesehen vom Schuljahr 2018/19 mit 17 Neuanmeldungen werden dort 22 bis 29 neue Schüler prognostiziert.

Die ersten Folgen dieser Entwicklung: An der Grundschule Bremke wird es ab nächsten Sommer für alle vier Jahrgänge nur noch zwei jahrgangsübergreifende Kombiklassen geben. Zurzeit sind es drei Klassen für 53 Schüler. In Groß Lengden wird es ab 2022 wahrscheinlich erstmals eine Kombiklasse für Erst- und Zweitklässler geben.Zurzeit besuchen nach Angeben der Verwaltung 282 Kinder die vier Gleichener Grundschulen: 53 in Bremke, 77 in Diemarden, 65 in Groß Lengden und 87 in Kerstlingerode.

„Ich sehe aufgrund dieser Zahlen schon Handlungsbedarf“, sagte Gleichens Bürgermeister Manfred Kuhlmann (SPD). Der erste Schritt sei bereits mit der Gründung eines Arbeitskreises zur Schulentwicklung gemacht. In dieser Runde seien alle Ratsfraktionen, alle Grundschulen mit Schul- und Elternvertretern und die Verwaltung vertreten. Sie haben bereits begonnen, über die künftige Entwicklung der Schulen zu diskutieren und Lösungen zu suchen, wie die Gemeinde auf den Rückgang der Schüler reagieren sollte. Moderiert werde der Kreis von einem externen Pädagogen.

Konkrete Ergebnisse gebe es noch nicht. „Kurzfristig wird sicher nichts passieren“, so Kuhlmann, „langfristig aber muss etwas geschehen“. Über eine mögliche Schulschließung wolle er allerdings nicht spekulieren. Die Gründe für die Entwicklung lägen für ihn auf der Hand: Abgesehen von einem generellen Geburtenrückgang habe es in Gleichen seit jahren keine neuen Baugebiete gegeben.

Eine Schulschließung hat es schon einmal gegeben und - gepaart mit massiven Protesten - fast zu einer Spaltung der Gemeinde geführt. 2013 haben die letzten Kinder die Grundschule in Reinhausen verlassen. Seitdem gehen die Kinder aus dem Ort zur Grundschule Diemarden. Auch damals war die Anzahl der Schüler dramatisch gesunken, auch damals hatte es einen Arbeitskreis gegeben, der nach einer Lösung suchte.

Ob jetzt eine weitere Gleichener Schule geschlossen wird, werde der Schulausschuss während seiner nächsten Sitzung „ganz sicher nicht entscheiden“, sagte dessen Vorsitzender Stefan Heinemann (Grüne). Das Gremium werde die Zahlen zunächst nur zur Kenntnis nehmen und vor allem die Beratungen und Vorschläge des Arbeitskreises abwarten.

„Die scheinbar einfachste Lösung, Bremke als die kleinste Schule zu schließen und damit alle Probleme zu lösen, sehe ich nicht“, so Heinemann. Die Situation sei viel komplexer. Niemand wisse zurzeit, wie gut die anderen Schulgebäude tatsächlich ausgestattet sind, wie teuer ihr Unterhalt ist und ob es Investitionsbedarf gibt. Und wenn die Gemeinden in Niedersachsen wie angekündigt bis 2024 alle Schulen barrierefrei gestalten müssen, könnte ein weiterer enormer Investitionsbedarf auf Gleichen zukommen.

Vor diesem Hintergrund müsse es ein Gesamtkonzept zur Schulentwicklung in Gleichen geben, in dem die aktuellen Schülerzahlen ebenso berücksichtigt werden wie der Zustand und die laufenden Kosten der Gebäude. Mit dem Arbeitskreis sei ein erster Schritt getan. Im Vorfeld der kommenden Ausschusssitzung hätten sich die Fraktionen auf einen weiteren Schritt geeinigt: ein extern erstelltes Gutachten zum Sanierungsbedarf der Gleichener Schulgebäude.

Schulausschuss

Der Ausschuss des Rates der Gemeinde Gleichen für Schulen und Kindertagesstätten tagt am Mittwoch, 22. November, im Dorfgemeinschaftshaus Reinhausen, Rosental 2. Die Sitzung beginnt um 19.30 Uhr.

 

Das entspreche auch der derzeitigen Position der Grünen, ergänzte Heinemann. Darüber hinaus favorisiere seine Partei - abhängig vom Ergebnis des Gutachtens - einen Neubau in Diemarden für eine zweizügige Schule. „Aber das ist eine reine Vision.“ us

Von Ulrich Schubert

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