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Thomas legte Else flach

Wettstreit um Deutschlands größte Elsbeere entbrannt Thomas legte Else flach

Deutschlands bislang größte Elsbeere aus dem Forstamt Reinhausen, ist Ende Februar dem Wintersturm Thomas zum Opfer gefallen. Jetzt haben die Forstleute mit der „ewigen Zweiten“ den Wettstreit um den Titel „schönste und größte Else Deutschlands“ eröffnet.

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Eine Elsbeere im Wald am Hengstberg im Revier Sattenhausen zwischen Groß Lengden und Mackenrode war jahrelang die größte bekannte Elsbeere in Deutschland. Sturm "Thomas" hat sie Ende Feb. 2017 zerstört.

Quelle: r

Reinhausen. Wintersturm Thomas fegte Ende Februar durch den Wald am Hengstberg im Revier Sattenhausen zwischen Groß Lengden und Mackenrode und legte die Else genannte Elsbeere flach. Von dem stattlichen Baum stehe einer Mitteilung der Niedersächsischen Landesforsten zufolge, nur noch ein mannshoher Torso, der morsche und völlig ausgehöhlte Stamm des seltenen Waldbaums liege zerborsten am Boden.

Ebenfalls im Forstamt Reinhausen befindet sich nach Ansicht der Forstleute auch die „ewige Zweite“. Sie könnte nun endlich aus dem Schatten der gestürzten Top-Elsbeere heraustreten, heißt es. Ihre Chancen stünden gut, denn die Kandidatin auf den Titel als größte der bekannten Elsbeeren in Deutschland sei „kerngesund“ und habe „ansprechende Maße“. Sie sei etwa 25 Meter hoch und habe einen Stammdurchmesser von knapp einem Meter, heißt es.

Ernst Kreysern ist Revierförster in Reyershausen und kümmert sich um den stattlichen Baum. „Wir schätzen das Alter auf 200 Jahre. Etliche Förstergenerationen haben die Elsbeere behütet“, sagt er und glaubt, dass sie ohne die forstliche Pflege zwischen den vielen Buchen in der Nachbarschaft längst eingegangen wäre. „Meine Vorgänger und ich mussten ständig ihre Krone freistellen, sonst wäre sie nie so dick und alt geworden“, erinnert sich Kreysern.

Forstamtsleiter Axel Pampe versichert mit Blick auf den „beachtlichen Holzwert“, dass die Elsbeere nicht unter den Hammer kommen solle. „Dieser mächtige Baum ist ein Dokument der Waldgeschichte in Südniedersachsen. Jahrhundertelang wurden die Wälder rings um die Burg Plesse viel intensiver genutzt als heute. Die früher hier übliche Mittelwaldwirtschaft hat lichtbedürftige Baumarten wie Elsbeere und Eiche gegenüber der Buche begünstigt. Heute ist der Wald naturnäher aber auch artenärmer,“ erklärt Pampe.

Jetzt wollen die Landesforsten herausfinden, ob erneut eine ihrer Elsbeeren zu den Top Ten zählt. Der bislang geheim gehaltene Baum sei vermessen und fotografiert worden. „Mit der Veröffentlichung dieser Baumdaten starten wir einen Wettbewerb um Deutschlands schönste Else“, so Kreysern.

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Von Redakteur Britta Eichner-Ramm