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Aufregung um Rundfunkgebührenbescheid

Tillyschanze Aufregung um Rundfunkgebührenbescheid

Reinhold Heck und Marlies Scheffel von der Waldgaststätte Tillyschanze oberhalb von Hann. Münden haben als einzige Bewohner des Forstgutsbezirks Reinhardswald schon einige Kuriositäten erlebt. Zuletzt sorgten Rundfunkgebührenbescheide für Aufregung.

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Marlies Scheffel und Reinhold Heck an ihrem Briefkasten mit der Adresse Bierweg 1.

Quelle: Eichner-Ramm

Hann. Münden. Der Aussichtsturm Tillyschanze hoch über Hann. Münden liegt auf niedersächsischem Gebiet, die gleichnamige Waldgaststätte steht in Hessen. Hier leben Heck (72) und Scheffel (75) auch seit vielen Jahren. Sie sind damit die einzigen Bewohner des Forstgutsbezirk Reinhardswald.

Dabei handelt es sich um eine kommunale Institution ohne Postleitzahl, erklärt Klemens Kahle vom zuständigen Forstamt in Reinhardshagen, das zugleich Verwaltungssitz des Forstgutbezirks ist. Die Personalausweise von Heck und Scheffel sind von der Gemeinde Reinhardshagen ausgestellt und von der Forstgutsbezirksverwaltung mit einem Aufkleber versehen. „00000 Forstgutsbezirk Reinhardswald, Tillyschanze 1“ wird da als Adresse per Stempel besiegelt. Die fünf Nullen ersetzen dabei die Postleitzahl, die es auf der Tillyschanze nicht gibt.

Wenn Heck und Scheffel Post bekommen, dann normalerweise an eine Postfachadresse in Hann. Münden. Damit das Paar nicht immer in die Stadt hinunter fahren muss, wurde eigens Ende vergangenen Jahres an der Holzbrücke zum Turm ein Briefkasten installiert. Die Post sollte eigentlich nun eigentlich an die niedersächsische Briefkastenadresse „Bierweg 1“ zugestellt werden - so die Idee. Scheffel aber sagt: „Bisher haben wir hier noch keine Post bekommen.“ Heck ist das inzwischen aber eigentlich ganz recht so, „sonst gibt es noch mehr Verwirrung“.

Zuletzt hat er an die Adresse „Obere Kasseler Straße 27“ in Reinhardshagen Post vom Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio bekommen. Die Institution schickte Heck eine Rechnung über die Rundfunkgebühr an diese Adresse. Heck und Scheffel sagen, sie hätten aber bereits immer ihren Beitrag für die Waldgaststätte Tillyschanze, wo sie ja auch wohnen.

Beide ignorierten also zunächst die Zahlungsaufforderungen an die Adresse Obere Kasseler Straße, denn dort befindet sich das Forstamt. „Eine Wohnung gibt es dort nicht“, betont Heck. Doch trotz mehrfacher Versuche, den Beitragsservice darauf hinzuweisen, kam vor wenigen Tagen ein „Festsetzungsbescheid“, der als „vollstreckbarer Titel“ von Heck die vermeintlich ausstehende Rundfunkgebühr seit Januar 2015 für die Adresse Obere Kasseler Straße einfordert.

Das Tageblatt schaltete sich ein, und schon rührte sich der Beitragsservice. „Die haben sich für die Verwirrung entschuldigt“, sagt Scheffel erleichtert. Und das mit der Gebührenrechnung habe sich auch geklärt.

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