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Betrug bei Ebay: Ein Jahr Gefängnis

Einzige Grafikkarte zehnfach verkauft Betrug bei Ebay: Ein Jahr Gefängnis

Mit der gesetzlich mildestmöglichen Strafe ist am Mittwoch ein 32 Jahre alter Mündener davon gekommen. Das Schöffengericht verurteilte ihn wegen zehnfachen gewerbsmäßigen Betruges bei Internet-Verkäufen zu einem Jahr Gefängnis. Gegen 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit erhält er Bewährung.

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Zehn Ebay-Nutzer hat der 32-Jährige um Ihr Geld gebracht.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hann. Münden. Der berufs- und arbeitslose junge Mann war zur Tatzeit spielsüchtig - sagt er selbst. "Wenn ich Geld bekam, habe ich gespielt, bis es weg war." Und: "Ich bin leider sehr empfänglich für sämtliche Problematiken." Damit meint er überstandene Drogensucht und ebenfalls seine Spielsucht. Seit acht Monaten spiele er aber nicht mehr. Weil er zudem nicht vorbestraft ist, fiel es dem Gericht leicht, das zu glauben.

Vorgeworfen wurde ihm, von Ende November 2014 bis Mitte März 2015 in zehn Fällen Käufer bei Ebay-Kleinanzeigen und anderen Internet-Verkaufsportalen betrogen zu haben. Er hatte allein am 24. November seine einzige Computer-Grafikkarte gleich vier Mal verkauft. Bis März tat er das noch sechs Mal.

Zehn Käufer überwiesen ihm jeweils Preise zwischen 230 und 270 Euro plus Versandkosten dafür, ohne dass er lieferte. Insgesamt erhielt er zehn Zahlungen von zusammen rund 2500 Euro auf sein Konto. Das räumt er in einem Geständnis auch ein. Vorgehabt zu liefern, habe er nie. Er habe wegen seiner Spielsucht finanzielle Probleme gehabt, habe gesehen, "wie einfach es ist, Geld zu beschaffen" und sei dann "in den Teufelskreis geraten", es immer wieder zu tun. "Ich war mir der Konsequenzen bewusst, aber durch die Krankheit kam ich da nicht raus."

Das Gericht allerdings darf nach der BGH-Rechtsprechung nicht einfach davon ausgehen, dass die Schuldfähigkeit durch Spielsucht eingeschränkt war. Dafür müssten schon schwere Persönlichkeitsveränderungen durch die Sucht vorliegen. Die sind nicht zu erkennen. Gleichwohl wertete das Schöffengericht Geständnis, Reue und Geldnot durch "möglicherweise pathologisches Spielen" als strafmildernd.

Bei einer Mindeststrafe von sechs Monaten für jede einzelne Tat, fällt die Bildung der Gesamtstrafe von nur einem Jahr aus Angeklagten-Sicht optimal aus. Die Staatsanwältin hatte drei Monate mehr beantragt. 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit sollen den Arbeitslosen zudem "stabilisieren". Die geprellten Käufer entschädigen muss er ohnehin.  

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