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Grundschule Hemeln wird geräumt

Fehlender Brandschutz Grundschule Hemeln wird geräumt

Die Grundschule Hemeln wird vorübergehend geschlossen. Nach Angaben der Hann. Mündener Verwaltung gibt es erhebliche Brandschutzmängel und die Stadt hat kein Geld für erforderliche Umbauten. Ab 21. November sollen die 25 Kinder in der Gimter Schule unterrichtet werden. Ortspolitiker und Eltern protestieren.

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Elterndemo 2013, als Schule gerettet schien.

Quelle: Theodoro da Silva

Hemeln. Die Nachricht am Dienstagabend habe ihn und andere Engagierte aus dem Umfeld der Schule völlig überrascht, sagte Ortsbürgermeister Alfred Urhahn (WG) am Mittwoch. Dass es Mängel beim Brandschutz gibt, ist schon länger bekannt. Seitdem würden Elternvertreter Ortsrat und andere Mitstreiter nach Lösungen suchen, die den Unterricht im Ort sichern. Eine im August provisorisch gebaute außen liegende Nottreppe habe die Feuerwehr akzeptiert, andere Brandschutzbehörden hingegen hätten den Abbau gefordert.

Sondersitzung am Donnerstag

Träger der Grundschule ist die Stadt Hann. Münden. Ihre Sprecherin Julia Bytom bestätigte die vorgesehene „temporäre Schließung der Schule“ - voraussichtlich ab Montag übernächster Woche, 21. November. Zwingende Voraussetzung sei aber, dass die Beförderung der Kinder per Bus zur Nachbarschule in Gimte durch den zuständigen Landkreis Göttingen dann gesichert ist. Darüber hinausgehende Auskünfte gebe es erst nach einer Sondersitzung des Verwaltungsausschusses (VA) am Donnerstag, lässt Bürgermeister Harald Wegener (BfMün) über seine Sprecherin Mitteilen. Dort werde entschieden, „wie es weiter geht“.

Zugleich bestätigte Bytom bestehende Brandschutzmängel. Vor allem fehle ein zweiter Rettungsweg für das Obergeschoss. Der erforderliche Umbau koste voraussichtlich 63000 Euro - „und das ist bei etlichen weiteren Mängeln noch nicht das Ende der Vorstellung“. Das Geld habe die Kommune zurzeit aber nicht. Ob es in den gerade erst vorgelegten Entwurf für den städtischen Haushaltsplan 2017 eingearbeitet wird, könne ebenfalls der VA diskutieren und der Rat beschließen. Bis der Haushalt dann genehmigt ist, könnten allerdings Monate vergehen.

Nur für diesen Zeitraum sollen die Kinder zur Grundschule Gimte fahren, so Bytom. Ausreichend Klassenräume gebe es dort, versicherte Jens Wilhelm, Leiter der Gimter Schule und kommissarischer Leiter der Hemelner Schule. Die vorübergehende Auslagerung der Schule sei unausweichlich, fügte er an - „es ist tatsächlich nicht sicher“. Und: „Wer will denn die Verantwortung übernehmen, wenn es tatsächlich brennt und den Kindern etwas passiert.“

Taktisches Manöver?

Auch Urhahn, Elternvertreter Andreas Noll und Joachim Mundt vom Förderkreis der Schule sehen ein, dass für den Schutz der Kinder etwas getan werden muss. Einen kompletten Auszug über Monate lehnen sie aber ab und schlagen Alternativen vor: Die Kinder könnten im Untergeschoss des Schulhauses und in einem externen Raum im Dorf unterrichtet werden – oder in einem Pavillon. Zugleich werfen die Hemelner Stadtrat und Verwaltung mit der vorübergehenden Schließung ein taktisches Manöver vor, um den Schulstandort mittelfristig ganz aufzugeben.

Die Zwergen-Schule war schon von der Schließung bedroht. Nur massive Protest von Eltern und anderen Dorfbewohnern verhinderte ihr Ende. 2013 kam die erlösende Entscheidung. Für diesen Freitag, 11. November, planen sie erneut eine Protestveranstaltung: ab 15.30 Uhr vor der Schule.

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