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Grünes Klassenzimmer mit Spieleffekt

Mittelalterdorf Steinrode Grünes Klassenzimmer mit Spieleffekt

Handy, Tablett und Fernseher sind hier schnell vergessen. „Dürfen wir spielen?“ ist der Satz, den Umweltpädagogin Ulrike Zander-Platner im Mittelalterdorf Steinrode bei Hann. Münden am häufigsten hört. Zum Saisonabschluss zieht sie eine positive Bilanz.

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Magdalena lässt sich von Umweltpädagogin Ulrike Zander-Platner zeigen, wie man einfache Armbänder knüpft.

Quelle: Wesche

Hann. Münden/Steinrode. Mitten im Kaufunger Wald und in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Jugendwaldheims Steinberg entstand in den vergangenen elf Jahren ein Lern- und Ausflugsort, der Kinder animiert, in die Welt der Vorfahren einzutauchen. Dabei sei vorrangig, dass „sie bei allen Aktivitäten den Weg vom Rohstoff zum Produkt kennenlernen“, erklärt Zander-Platner.

Baustoffe aus regionalen Quellen

Und so kann im Mittelalterdorf gesponnen und geschnitzt werden. Brot wird über Eichenholz gebacken. Alle Gebäude wurden aus Holz, Lehm und Weidengeflecht aus der unmittelbaren Umgebung geschaffen. Selbst zum Wegebau verwendete man Material des nahe gelegenen Steinbergsees.

Respekt und Achtsamkeit vor der Natur lernen die Kinder im Mittelalterdorf fast spielerisch nebenbei. Das aktive Mitarbeiten beim Aufbau des Vogthauses, der Kirche und der umliegenden Palisaden schuf nach Angaben der Umweltpädagogin eine Identifikation mit dem außerschulischen Lernort.

Vor elf Jahren begann der Förderverein für Umweltbildung und Waldpädagogik Libellula auf einer Wiese. „Inzwischen ist unser Dorf fast vollständig. Und viele Kinder, die bei den ersten Bauarbeiten dabei waren, sind heute schon fast erwachsen und kommen immer wieder gern her“, sagt Zander-Platner.

Flammkuchen und Lagerfeuer

Das Mittelalterdorf öffnet von März bis Ende Oktober jeden Sonntag von 11 bis 17 Uhr seine Türen. Einen Besuch kann man mit einem ausführlichen Spaziergang verbinden oder einfach nur auf Kaffee, Kuchen oder einen Steinröder Flammkuchen am Lagerfeuer vorbeischauen.

„Unsere Besucher schätzen, dass es hier keinen Kommerz gibt. Wir verkaufen nichts außer Essen – und dies zu familienfreundlichen Preisen“, sagt Zander-Platner. Neben zahlreichen Klassenfahrten finden mehrmals im Jahr auch außergewöhnliche Events im Mittelalterdorf statt.

Herbstfest am Sonntag

Das Mittelalterdorf beendet seine Saison Ende Oktober. Als letztes großes Highlight dieses Jahres lädt der Verein Libellula am Sonntag, 23. Oktober, von 12 bis 17 Uhr zum traditionellen Herbstfest ein. Es können Kerzen gegossen und Kürbisse geschnitzt werden. Kinder dürfen verschiedene Geschenke aus Naturmaterialien wie Eicheln, Bucheckern und Kastanien basteln.

Der Bogenschütze und der Töpfer zeigen ihre Künste. Es gibt Wildbratwürste vom Grill, Kürbissuppe und Flammkuchen aus dem Lehmbackofen, außerdem wird frisches Brot gebacken. Am Lagerfeuer oder im Vogthaus am Ofen kann man sich aufwärmen und gemütliche Stunden verbringen. sw

So organisierten die Veranstalter in diesem Jahr ein Frühlingsfest, ein griechisch-deutsches Sommerfest und ein Wollfest. Bei Letztgenanntem stand wieder der Weg von der Gewinnung des Rohstoffes Wolle über das Waschen, Färben, Spinnen und die Verarbeitung zu Kleidungsstücken im Vordergrund.

„Das Schönste ist, wenn ich sonntags hier arbeite und sehe, wie die Besucher ankommen, eintauchen und sich von einer anderen Welt einfangen lassen. Alle sind immer begeistert und genießen ein paar Stunden in vollkommener Entspannung“, sagt Ulrike Zander-Platner.

Von Susanne Wesche

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