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Hann. Münden beklagt Stagnation bei Übernachtungen

Beunruhigende Tendenzen im Tourismus Hann. Münden beklagt Stagnation bei Übernachtungen

Was die Mündener Tourismus-Chefin den Kommunalpolitikern am Dienstag berichtet hat, gibt Anlass zur Sorge: Stagnation bei der Zahl der Übernachtungen, Rückgänge bei Gruppenpauschalen und Stadtführungen. „Wir verlieren Marktanteile“, so Jahn. Helfen könnte ein Tagungshaus mit neuem Hotel am Schloss.

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Bisher nur eine Idee: Am westlichen Ende des Schlossplatzes in Hann. Münden könnte ein neues Tagungshaus ans historische Schloss angebaut werden, ein Hotelneubau wäre auf dem Parkplatz Am Plan möglich.

Quelle: Meder

Hann. Münden. Seit 2012 sinkt die Zahl der Übernachtungen in den Mündener Hotels kontinuierlich. Der Trend zeichnet sich auch in diesem Jahr ab, so ist den Daten zu entnehmen, die Antje Jahn, Geschäftsführerind des Vereins Touristik Naturpark Münden im städtischen Tourismusausschuss vorlegte. Im Juni betrug das Minus gut 20 Prozent, im Juli fast sechs Prozent. Obwohl am Jahresende 2015 unterm Strich ein knappes Plus von zwei Prozent stehen könnte, spreche das laut Jahn für Stagnation. Im Vergleich zu den Landeszahlen und zum Bereich Weserbergland stellte Jahn fest: „Andere wachsen schneller, und das bedeutet, dass wir Marktanteile verlieren“.

Als „beunruhigend“ bewertete sie auch die seit Jahren rückläufigen Besucherzahlen von Reisegruppen. Und auch die sinkende Zahl der bestellten Stadtführungen sei ein Indikator für die Entwicklung des Tourismus in Hann. Münden.
Faktoren, die zu der Situation beitragen, seien zum Beispiel ein reduziertes Bettenangebot – in zwei Hotels sind Flüchtlinge untergebracht –, aber auch der starke Wettbewerb touristischer Regionen und Städte. Jahn nannte die neuen Unesco-Welterbestätten in Kassel und Höxter sowie neue, attraktive Museen und Ausstellungshäuser wie die Grimmwelt in Kassel oder der PS-Speicher in Einbeck.

Jahn kritisierte die geplanten Zuschusskürzungen an den Touristikverein, „obwohl der Tourismus zu Steuerrückflüssen an die Stadt führt“. Unter den gegebenen Voraussetzungen seien die Möglichkeiten begrenzt, notwendige Investitionen in Marketing oder in eine zeitgemäße Touristinfo nicht möglich. „Einen besseren Selbstmord kann man nicht begehen“, machte Jahn klar. Wolle Münden auch künftig bestehen, benötige die Stadt ein  Tourismuskonzept.

Und zusätzliche Gäste, vor allem in auslastungsschwachen Zeiten von November bis April. Jahn sieht Chancen im Geschäfts- und Veranstaltungstourismus für eine Größenordnung von bis zu 200 Personen. Aktuell gelinge es nicht einmal, eine Busgruppe in einem Hotel unterzubringen, weil die Kapazitäten nicht vorhanden seien. Der Touristikverein bringt daher die Idee eines Tagungs- und Veranstaltungshauses angrenzend ans Schloss ins Gespräch. Laut einer Untersuchung wird im Geschäftsreisemarkt für Hann. Münden Potenzial gesehen. Allerdings sei die Voraussetzung, dass in unmittelbarer Nähe – auf der Parkplatzfläche Am Plan – auch ein Hotelneubau samt Tiefgarage entstehe.

„Modern tagen im historischen Umfeld“ lautet der Titel der Idee, mit der sich die Drei-Flüsse-Stadt in diesem Marktsegment positionieren könnte. Das moderne und multifunktionale Veranstaltungshaus soll eine direkte Anbindung an historische Räume im Schloss bekommen. Die Fläche Am Plan sei ideal für den Hotelneubau samt Parkgarage. Jahns Wunsch an die Kommunalpolitik: Mittel für ein solches Konzept samt Plausibilitätsberechnung bereitzustellen.

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Von Redakteur Britta Eichner-Ramm

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