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Hann. Münden rüstet Zentralklärwerk nach

Reaktion auf drastisch erhöhte Abwasserabgabe Hann. Münden rüstet Zentralklärwerk nach

Mit Anlagen zur Dosierung von Kalk und Aluminiumsalzen hat die Stadtentwässerung Hann. Münden ihr zentrales Klärwerk ausgestattet. Der städtische Eigenbetrieb reagiert damit auf eine zehnfach höhere Abwasserabgabe im Jahr 2012 wegen Einleitung schlammiger Abwässer in die Weser.

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Nach heftigen Niederschlägen im Januar 2012 war es in den Kläranlagen in Hann. Münden und in Hedemünden zu Störfällen gekommen.

Quelle: Archiv

Hann. Münden. Nach heftigen Niederschlägen im Januar 2012 war es in den Kläranlagen in Hann. Münden und in Hedemünden zu Störfällen gekommen. Gegen die beiden daraufhin erlassenen Abwasserbescheide reichte Hann. Münden beim Verwaltungsgericht Göttingen Klage ein. Die Stadt unterlag allerdings im Juni.

Betriebsleiter Joachim Spiegler betont, dass die Kläranlagen „dem aktuellen Stand der Technik entsprechen“ und „regelkonform betrieben“ würden. Ob die Stadtentwässerung den Schlammanteil im Nachklärbecken nun geringer halte, will der Betriebsleiter nicht mitteilen. Nach Einschätzung des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt und Klimaschutz hat der viele Schlamm dort die Störfälle „wesentlich“ mitverursacht

Aufgrund des noch laufenden Verfahrens, so Spiegler, könnten „keine umfassenden Informationen an die Presse gegeben werden“. Die Stadtverwaltung will beim Oberverwaltungsgericht in Lüneburg in Berufung gehen. Keine Auskunft erteilt die Verwaltung zu den Kosten des Verfahrens. Es seien Rückstellungen gebildet worden, sagt Spiegler. Aus ihnen habe Hann. Münden die erhöhten Abwasserabgaben bezahlt. Sie seien sofort fällig gewesen. So musste die Stadt statt der jährlichen 95.200 Euro für die Zentralanlage und 10.400 Euro für die Anlage in Hedemünden jeweils das Zehnfache überweisen.

Die Frage, welche Gefahren durch Schlämme aus Klärwerken Mensch und Umwelt drohen, lässt sich laut Spiegler nicht „pauschal“ beantworten. 2012 jedenfalls habe keine Umweltgefahr bestanden. Das sehen auch Landkreis und Ministerium so, hieß es vor Gericht.

Auslöser war damals eine ungewöhnliche Wetterkonstellation: hohe Niederschlagsmengen, ein starker Luftdruck- und Temperaturabfall und veränderte Strömungsverhältnisse in den Klärbecken. Dadurch konnte sich der Schlamm in beiden Mündener Kläranlagen, der Zentralanlage in Münden und der Kläranlage Hede münden, nicht vollständig absetzen. Weil zudem erhebliche Mengen Klärschlamm schon in den Becken lagen, flossen schlammige Abwässer in die Weser beziehungsweise (Hede münden) die Werra.

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