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Hann. Mündener Touristikverein droht Insolvenz

Geschäftsführerin schlägt Alarm Hann. Mündener Touristikverein droht Insolvenz

Die Rücklagen sind aufgebraucht, Krisengespräche mit dem Landkreis bereits geplant. „Wenn es uns nicht gelingt, ein neues Finanzierungsmodell zu finden, gerät der Touristikverein Erlebnisregion Hann. Münden Ende des Jahres in die Insolvenz“, warnt Geschäftsführerin Antje Jahn.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Hann. Münden. Die Betriebswirtin informierte im städtischen Ausschuss für Umwelt, erneuerbare Energien und Tourismus über die finanzielle Situation des Vereins. Mündens Bürgermeister Harald Wegener (BFMü) versuchte zu beruhigen: „Die Mittel reichen, um alle geplanten Aktivitäten in diesem Jahr umzusetzen.“ Die Politik wisse um die Bedeutung des Tourismus für die Stadt und werde eine Lösung finden.

Der Ausschussvorsitzende Manfred Albrecht (SPD) gab jedoch zu bedenken, dass die Förderung des Fremdenverkehrs zu den sogenannten freiwilligen Leistungen gehöre. Die Kommunalaufsicht dränge die hochverschuldete Stadt zu Kürzungen. Der Versuch, Mittel über eine Tourismusabgabe zu erschließen, stoße auf Widerstand. In den sozialen Medien wüte ein Shitstorm, klagte Albrecht.

Jahn forderte unterdessen eine Personalaufstockung. 3,7 Stellen habe der Verein, vergleichbare Städte verfügten im Durchschnitt über sechs Stellen. Die Personalkosten seien dort allerdings trotzdem um ein Viertel niedriger als in Hann. Münden, hielt der Laubacher Hotelier Jörg Treichel in der Einwohnerfragestunde dagegen. In Ostdeutschland liege das Lohnniveau niedriger, erläuterte Jahn. Außerdem beschäftigten andere Touristikvereine auch billige Saisonkräfte. Die Geschäftsführerin: „Wir verdienen nicht mehr als üblich.“

Aufgrund der Personalknappheit, so die Betriebswirtin, blieben viele Arbeiten liegen. So werde der Internetauftritt nicht an die kleinen Smartphone-Bildschirme angepasst. Die Folge: Die Zahl der Klicks sei eingebrochen. Gleichzeitig bekomme der Verein neue Aufgaben zugewiesen, wie die Mitarbeit im Zusammenschluss Weserbergland Tourismus und in der Städte-Initiative Fachwerk-Fünfeck.

Unzufrieden zeigte sich die Geschäftsführerin mit dem Rat der Stadt. Er hatte das von ihr zur Belebung des Tagestourismus initiierte Projekt einer Seilbahn hinauf zur Tillyschanze gestoppt. Auch eine 10.000 Euro teure Machbarkeitsstudie für ein Seminar- und Tagungshaus am Mündener Schloss hatten die Politiker auf Eis gelegt. In diesem Punkt zeigte der Ausschuss Bereitschaft zu einer erneuten Prüfung.

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