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"Haus der Heimat" in Hedemünden nach Untreue-Vorwürfen verschärft im Visier des Landkreises

Heimaufsicht prüft nun auch Personalsituation "Haus der Heimat" in Hedemünden nach Untreue-Vorwürfen verschärft im Visier des Landkreises

Der Staatsanwalt ermittelt wegen Untreue - schon seit Oktober. Auch die Heimaufsicht hat das Haus der Heimat, eine Facheinrichtung für psychisch kranke und alte Menschen, im Visier. Jetzt auch hinsichtlich des Personals. Gerade wieder war die Heimaufsicht zu einer weiteren überraschenden Prüfung im Haus.

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Der Staatsanwalt ermittelt wegen Untreue - schon seit Oktober. Auch die Heimaufsicht hat das Haus der Heimat, eine Facheinrichtung für psychisch kranke und alte Menschen, im Visier.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hedemünden. Beschwerden gab es schon lange. Im Frühherbst hatten mutmaßlich Mitarbeiter einen langen Beschwerdebrief an Behörden und Medien versandt und aufgelistet, was alles schief laufe in der Einrichtung.

Die Geschäftsführerin des Hauses, Bettina Keuthen aus Bersenbrück, widersprach damals den Vorwürfen. Sie drohte seinerzeit deswegen gar mit Strafanzeige wegen Verleumdung. Die aber wurde nie gestellt. Es liege keine Verleumdungs-Anzeige vor, sagt Pressesprecher Andreas Buick von der Staatsanwaltschaft Göttingen. Eine solche hätte wohl auch eingestellt werden müssen.

Denn auch die Ermittlungsbehörde sieht einen Anfangsverdacht der Untreue als gegeben an, nachdem der Landkreis Göttingen als zuständige Heimaufsicht Strafanzeige wegen des Verdachts der Untreue gestellt hatte.

Dieser Vorwurf, Sozialleistungen des Landkreises an die Bewohner nicht in Form von Taschengeld weitergeleitet zu haben, ist noch nicht ausgeräumt. Statt das Geld auf Patientenkonten einzuzahlen, seien die Summen auf ein Firmenkonto gegangen und dort mit dem allgemeinen Zahlungsverkehr vermischt worden, zeigte der Landkreis an. Über Patientengelder sei gar nicht Buch geführt worden. Dieser Vorgang werde noch geprüft, so Buick.

Eingestellt hingegen ist inzwischen ein weiterer Untreue-Vorwurf. In der Anzeige war der Heimleitung vorgeworfen worden, Leistungen für Ausflüge und Einkaufs-Training beantragt und falsch abgerechnet zu haben. Das treffe so nicht zu, sagt Buick.

Zwar habe der Landkreis solche Leistungen gezahlt, es habe aber nie Anforderungen, also falsche Abrechnungen darüber, gegeben. Der Landkreis habe zwar pauschal gezahlt, er könne die Beträge bei nicht erbrachter Leistung aber jederzeit zurückfordern. "Hier wurde zumindest nicht getäuscht", so Buick.

Aufgehoben wurde auch der von der Heimaufsicht nach Bekanntwerden der Vorwürfe verhängte Belegungsstopp. Die Einrichtung habe, so Andrea Riedel-Elsner vom Landkreis, "gravierende bauliche Mängel abgestellt und eine funktionierende Klingelanlage installiert".

Darauf war die entsprechende Verfügung aufgehoben worden. Zwei Klagen gegen diese sowie gegen eine Einsichtnahme in die Unterlagen der Taschengeldverwaltung vor dem Verwaltungsgericht waren daraufhin vom Haus der Heimat für erledigt erklärt worden.

Die Beschwerden gegen die Situation in der Einrichtung reißen aber nicht ab. Am 18. Dezember sowie noch einmal vergangene Woche am 11. Januar gab es zwei neuerliche Prüfungen des Landkreises in der Einrichtung. Diesmal betrifft es die von unbekannten Hinweisgebern beklagte Personalsituation.

Der Landkreis, so Landrat Bernhard Reuter (SPD) auf Anfrage, werde mit Nachdruck die Situation im Haus der Heimat überprüfen. Die Geschäftsführung selbst hat unterdessen auf stumm geschaltet: Eine Woche lang hat das Tageblatt schriftlich und vielfach telefonisch versucht, eine Stellungnahme zu erhalten. Außer, dass etliche Mitarbeiter betonten, sich nicht äußern zu dürfen, gab es keine Antwort.

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