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Heiraten auf der Tillyschanze

Förderverein Tillyschanze zeigt das neue Hochzeitszimmer Heiraten auf der Tillyschanze

Der Verein Schutz- und Fördergemeinschaft Tillyschanze hat am vergangenen Donnerstag das renovierte Hochzeitszimmer des mehr als 130 Jahre alten Gebäudes vorgestellt. Insgesamt geben sich 18 Hochzeitspaare in diesem Jahr auf der Tillyschanze das Ja-Wort.

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Quelle: yah

Hann. Münden. „Wir sind stolz darauf, dass Zimmer jetzt so gut in Schuss zu haben“, sagt Manfred Albrecht, Vorsitzender der Schutz- und Fördergemeinschaft Tillyschanze. Für rund 5000 Euro hat der Verein den etwa 20 Quadratmeter großen Raum renovieren lassen - überwiegend finanziert aus Spendengeldern von kommunalen Diensten, dem Förderverein und dem Malerbetrieb Klingler. „Wir waren bestimmt bei über 50 Stunden Arbeitszeit“, sagt Malermeisterin Michaela Klingler.

Der Betrieb hat sich mit knapp 2500 Euro an der Renovierung beteiligt, indem Material- und Lohnkosten größtenteils nicht in Rechnung gestellt wurden. In Abstimmung mit dem Mündener Denkmalschutz wurden Stromkabel verlegt, das Holz abgeschliffen, die Bänke restauriert und der Kassettendecke und den Wänden mit frischer Farbe neuer Glanz verliehen.

Von Mai bis September können sich freitagnachmittags bis zu drei Paare auf der Tillyschanze vermählen lassen. Dass es in diesem Jahr bereits „so gut läuft, macht uns sehr glücklich“, erklärt Manfred Albrecht. Er findet, es sei nun „ein Zimmer, dass dem Anlass würdig ist“. Das teils neue Mobilar stammt aus dem Bürgermeisterzimmer der Stadt Münden. Ansonsten ist die Ausstattung des Raumes, der ursprünglich als erstes Museum der Stadt genutzt wurde, unverändert geblieben.

So hänge dort seit der Einweihung des Gebäudes zum Beispiel eine alte Bleistiftzeichnung, die den Stadtumzug zur Eröffnung der Tillyschanze zeige, erklärt Reinhold Heck, Vorstandmitglied des Förderkreises und Betreiber der gegenüberliegenden Waldgaststätte. Die Zeichnung stamme noch aus dem Jahre 1885, sagt Heck.

Über die Vorzüge der historischen Tillyschanze meint Roland Graunitz vom Mündener Standesamt: „Brautpaare genießen das sehr, mit dem Blick über die Stadt.“ Verlobte mit dem Wunsch, sich in dem Naturambiente zu trauen, sollten sich jedoch rechtzeitig um die Anmeldung kümmern, warnt Graunitz. „Ein halbes Jahr vorher wäre schon gut.“ yah

Die Tillyschanze

Der Baubeginn der Tillyschanze war im Jahr 1881. Vier Jahre später war das Gebäude, dessen Areal Mitte des 17. Jahrhunderts als Kanonenstellung diente, fertiggestellt. Der Name rührt vom obersten Heerführer der Katholischen Liga und des kaiserlichen Aufgebots Johann T‘Serclaes Graf von Tilly her, der während des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) die Stadt Münden besetzte.

Heutzutage ist die Tillyschanze mit der anliegenden Waldgaststätte ein beliebter Ausflugs- und Hochzeitsort zugleich. Kurios ist die Tatsache, dass, obwohl sie nur durch eine Holzbrücke getrennt sind, die Tillyschanze in Niedersachsen und die Waldgaststätte in Hessen liegt. Die Grenze verläuft genau zwischen den beiden Gebäuden, die weniger als 20 Meter trennt.

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