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Großwindanlagen auf der Tillyschanze

Hessen-Forst schreibt Windpark aus Großwindanlagen auf der Tillyschanze

Das will sich Hann. Münden nicht bieten lassen. Gegen den erklärten Willen des Rates der Stadt hat der Landesbetrieb Hessen-Forst den Windpark Gahrenberg mit einer noch offenen Anzahl von Anlagen ausgeschrieben. Das 551 Hektar große Areal erstreckt sich von Hann. Münden bis Reinhardshagen.

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Quelle: r

Hann. Münden. Nach einer Visualisierung des Regierungspräsidiums Kassel werden mindestens acht der mehr als 200 Meter hohen Großwindanlagen im Bereich der Tillyschanze entstehen. Der Stadtrat rechnet mit Verlusten beim Tourismus, einem Attraktivitäts- und Werteverlust Mündens als Wohnstandort sowie Beeinträchtigungen des Naturraums.

 

Zur Zahl der Anlagen äußert sich der Hessen-Forst auf Anfrage nicht. Das hänge „von den technischen und naturschutzfachlichen Rahmenbedinungen“ ab, erklärt Sprecherin Petra Westphal. Die Zahl werde sich im Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz ergeben. Die Mündener Stadtverwaltung geht von 35 bis 50 Windkraftanlagen aus.

Info

Der Hessen-Forst hat einen Lageplan und Hinweise zum Bietervervahren veröffentlicht. Diese Dokumente können Sie hier herunterladen.

„Von dieser Zahl sind wir weit weg“, kommentiert Dany Sutor, der Vorsitzende der Energiegenossenschaft Reinhardswald. Sie gehört zu 51 Prozent den neun hessischen Anrainerkommunen des Waldgebiets. Den Rest der Anteile teilen sich die Stadwerke-Union Nordhessen sowie die EAM. „Wir werden uns ebenfalls an der Ausschreibung beteiligen“, kündigt Sutor an. Bis zum 10. Juni laufe die Ausschreibung.

 

Das empört Mündens Bürgermeister Harald Wegener (BFMü). Alle Anrainer sollten den Reinhardswald als Natur- und Erholungsraum für Nordhessen und Südniedersachsen verteidigen, findet er. „Wir haben von Anfang an klar gemacht, dass wir mitbieten werden, wenn sich der Windpark nicht verhindern lässt“, sagt dazu Sutor. Nur als Investor könnten sie mitgestalten. Die Wertschöpfung bleibe in der Region. Bürger dürften der Genosenschaft beitreten und mitverdienen.

 

Wenn ein „australischer Rentenfonds“ baue, so Sutor, hätten die Anrainer-Kommunen nur Nachteile, denn die Gewerbesteuern gingen an das Land. Der Wald gehöre nicht zu ihrem Gemeindegebiet. Nach Angaben von Hessen-Forst zeigen 100 Firmen grundsätzliches Interesse am Bau von Windrädern im Staatswald.

Die Stadt Hann. Münden richtet zu dem Thema am Sonntag, 29. Mai, um 17 Uhr eine Informationsveranstaltung im Rittersaal des Welfenschlosses aus.

Regionalplan Energie

Der Landesbetrieb Hessen-Forst greift mit seiner Ausschreibung der endgültigen Festlegung der Vorrangflächen für Windenergieanlagen im Reinhardswald vor. Die Stadtverwaltung von Hann. Münden geht aber davon aus, dass das Regierungspräsidium den Windpark Gahrenberg als Vorrangfläche in den neuen Regionalplan Energie aufnehmen wird.

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Um den Bau von mehr als 200 Meter hohen Windanlagen auf dem Gahrenberg zwischen Hann. Münden und Reinhardshagen geht es am Freitag, 3. Juni, im Haupt- und Planungsausschuss der Regionalversammlung Nordhessen. In Hann. Münden formieren sich unterdessen die Gegner.

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