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Imagefilm-Dreh über Dr. Eisenbart

Zähneziehen auf dem Rathausvorplatz Imagefilm-Dreh über Dr. Eisenbart

Ein Stück Stadtgeschichte ist am Sonntagnachmittag in Hann. Münden lebendig geworden. Ein Filmteam drehte auf dem Rathausvorplatz einen Werbefilm über das Leben und Arbeiten des Dr. Eisenbart.

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Zähneziehen mit dem Wanderarzt.

Quelle: Wesche

Hann. Münden. Er gilt als die Galionsfigur des Hann. Mündener Tourismus: Dr. Eisenbart. Der umstrittene Wanderarzt aus dem Barockzeitalter ist im Stadtbild fest verankert. An allen Ortseingängen begrüßt seine Statue symbolisch ankommende Gäste. In Katalogen und Flyern der heimischen Beherbergungsbetriebe ist sein Porträt ein viel genutztes Motiv. Eisenbart war den Legenden nach im ganzen deutschen Sprachraum unterwegs und kurierte Augenleiden, Zahnschmerzen und Nierensteine. Er galt als genialer Operateur, der mit Hilfe von Komödianten die Leute anlockte. 

Großer Beliebtheit erfreuen sich daher auch die Kostümführungen mit dem Wanderarzt, die nicht nur einen Einblick in die Geschichte versprechen, sondern auch humorvoll das Wirken des Dr. Eisenbart unterstreichen. „Die unbändige Faszination, die von Johann Andreas Eisenbart ausgeht, möchte die Hann. Münden Marketing GmbH (HMM) touristisch noch stärker nutzen, um auf die Dreiflüssestadt aufmerksam zu machen“, erklärt Lorina Giel, Mitarbeiterin der HMM. Daher beauftragte die HMM ein Filmteam mit der Umsetzung eines dreiminütigen Werbeclips.

„Der geplante Film soll Eisenbarts Verdienste in der Medizin würdigen, aber auch seinen Ruf als Scharlatan und Kurpfuscher thematisieren“, erklärte Giel. Der Film soll nach ihren Angaben möglichst viele Facetten des berühmten Arztes und seine Verbundenheit mit dem Hann. Mündener Stadtbild zeigen. 

Am Sonntagnachmittag wurden die ersten Videosequenzen aufgenommen. Torsten Schmook, Stadtführer in Hann. Münden, kam in alter Gewandung zum Rathausvorplatz und übernahm die Hauptrolle. „Es macht mächtig Spaß, in die Rolle des Eisenbarts zu schlüpfen“, erklärte der 47-jährige, der sich gern als „männliche Werbefigur für die Stadt“ bezeichnet. Ausgestattet mit einer wallenden Perücke, einer alten Medizintasche und einem in sich verschlungenen Wanderstab animierte Schmook die etwa 50 Statisten zum Mitmachen. „Ich bin der Doktor Eisenbart, kurier die Leut’ nach meiner Art“, tönte seine Stimme laut über den Platz. 

Der Auftritt einer sympathischen Hexe, gespielt von Claudia Tarsa, und das musikalische Ständchen von Bettina Kallausch läuteten die finale Szene ein, bei der Dr. Eisenbart mit einer großen Zange seinem Patienten unter dem Beifall der anwesenden Zuschauer einen Zahn zog. Großen Spaß hatten auch die mitwirkenden Kinder, die spontane Sprechrollen übernahmen. Auch die Gästeführerin Marianne Langefeld stellte sich als Statistin zur Verfügung und sagte: „Ich bin Mündenerin und zeige das gern. Und wenn ich gebraucht werde, bin ich da.“

Von Susanne Wesche

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