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Strohhaus in den Wallanlagen

Installation soll Häuserverfall veranschaulichen Strohhaus in den Wallanlagen

„Ein Haus aus Stroh“ soll zur Auseinandersetzung mit dem Thema Leerstand in der historischen Innenstadt Hann. Mündens anregen. Der Verfall eines Bauwerks, wenn es Wind und Wetter ausgesetzt ist und nicht instand gehalten wird, soll symbolisiert werden.

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Die Geschichte eines Hauses gerät in Vergessenheit, wenn das Haus ungenutzt und unsaniert dem Verfall preisgegeben wird. Dieses Strohhaus soll Mahnung und Aufruf zugleich sein.

Quelle: Wesche

Hann. Münden. Am Sonnabend installierten Architekt Tobias Hattendorff und sein Team ein Bauwerk aus Strohballen in den Wallanlagen Mündens. Bei kalten Temperaturen und mit leichten Startverzögerungen stapelte die Projektgruppe Bündel für Bündel aufeinander. Noch steht hier ein kleines, ansehnliches Haus. Doch bereits in einigen Monaten wird davon wohl nicht mehr viel zu sehen sein.

„In Hann. Münden stehen viele historische Fachwerkhäuser, deren Wert in Vergessenheit geraten ist. Das Potenzial gebauter Räume wird vielerorts nicht genutzt. Oft fehlt die Idee, oft das Geld, oft aber auch der Wille privater oder öffentlicher Bauherren. In der Zwischenzeit zerfällt das Haus und mit ihm seine Geschichte, die mit dem Ort stark verwoben ist oder sogar die städtische Identität mit geformt hat“, so Hattendorff.

Der Architekt ist Mitbegründer der im Jahr 2012 initiierten Projektgruppe "Guerilla Architects", die sich mit vergessenen und ungenutzten Ressourcen von Städten auf der ganzen Welt beschäftigt. „Wir sind ein freies Kollektiv aus Denkern, Machern, Theoretikern, Planern, Pedanten und Chaoten, die sich im Spannungsfeld zwischen Stadtplanung, gebauter und temporärer Architektur, Kunstproduktion, Kulturgeschichte, Theater und Kunst bewegen“, erklärt Hattendorff.

Geplant sei, das Mündener Strohhaus bis zu seinem voraussichtlichen Verfall im Frühjahr 2017 an diesem Platz stehen zu lassen. Die Stadtverwaltung bittet unterdessen eindringlich darum, das Strohaus nicht mutwillig zu zerstören. In regelmäßigen Abständen wird die Projektgruppe zurück in die Dreiflüssestadt kommen und mit den Bürgern in Kontakt treten.

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