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Herabstufung zu Verkehrslandeplatz

Kritischer Blick auf Kassel-Calden Herabstufung zu Verkehrslandeplatz

Dem Flughafen Kassel-Calden steht im kommenden Jahr eine schwere Bewährungsprobe bevor: Das Land Hessen wird die Wirtschaftlichkeit des umstrittenen Flugplatzes prüfen. Derweil diskutiert die Kasseler Stadtverordnetenversammlung in seiner November-Sitzung, ob der Regionalflughafen Kassel-Calden zu einem Verkehrslandeplatz heruntergestuft werden soll.

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Flughafen Kassel Calden.

Quelle: dpa

Calden/Kassel/Wiesbaden. Das hätte gravierende Folgen – für die Arbeitsplätze und für die Art des Flugverkehrs. Dennoch schließt die hessische Landesregierung letztlich auch einen solchen Schritt nicht mehr aus. Das Finanzministerium verweist auf den Koalitionsvertrag zwischen CDU und Grünen, die in Hessen die Regierung stellen.

Keine Maßnahmen ausgeschlossen

„Im Jahr 2017“, heißt es dort, „wird die Entwicklung des Flughafens seit seiner Inbetriebnahme umfassend evaluiert. Dabei wird nicht nur die Erreichung der vorgenannten Ziele zur Reduzierung des Defizits, sondern die dann absehbare Entwicklungsperspektive des Flughafens kritisch überprüft. Sollte diese Evaluierung nicht zu einem positiven Ergebnis kommen, wird ausdrücklich keine mögliche Maßnahme ausgeschlossen.“

Als Basis des Wirtschaftlichkeitstests gilt die im Koalitionsvertrag festgehaltene Vereinbarung, dass der vom Land zu tragende Verlustausgleich jedes Jahr um mindestens zehn Prozent des Ausgleichs des Jahres 2014 sinken muss. Bei der Überprüfung des Flughafens im kommenden Jahr, erklärt Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU), gleichzeitig Aufsichtsratschef der Caldener Flughafen GmbH, „schauen wir uns die Entwicklung und Perspektiven des Flughafens natürlich noch einmal ganz genau und ohne Vorfestlegungen an, auch vor dem Hintergrund der veränderten und schwierigen geopolitischen Lage“.

Geänderte Genehmigungen

Allerdings weist Schäfer auf die Folgen einer Herabstufung zu einem Verkehrslandeplatz hin. Eine Einstellung oder Reduzierung eines Flughafenbetriebs hätte nicht nur Auswirkungen auf die Angestellten des Flughafens, sondern auch auf die mit einem Flughafen verbundenen zusätzlichen Arbeitsplätze, beispielsweise bei am Flughafen angesiedelten Betrieben oder Zulieferbetrieben, erklärt das Ministerium. Bei einer Herabstufung eines Flughafens zu einem Verkehrslandeplatz müsse zudem die luftrechtliche Genehmigung geändert werden.

Für eine Herabstufung von Kassel-Calden zu einem Regionalvorhaben ohne wenn und aber setzt sich jetzt schon die Fraktion von Freien Wählern und Piraten in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung ein. Sie hat für die Sitzung am 14. November (Rathaus Kassel, Sitzungssaal, 16 Uhr) einen entsprechenden Antrag eingereicht. Dem Vorstoß werden sich höchstwahrscheinlich auch die Linken anschließen, die schon früher auf eine derartige Herabstufung gedrängt haben.

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