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Kommt Fremdenverkehrsbeitrag in Hann. Münden?

Info-Veranstaltung der Verwaltung Kommt Fremdenverkehrsbeitrag in Hann. Münden?

Auf einer Informationsveranstaltung der Mündener Stadtverwaltung am kommenden Dienstag will Bürgermeister Harald Wegener den Entwurf einer Satzung  für den geplanten Fremdenverkehrsbeitrag vorstellen und das weitere Vorgehen erläutern.

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Mit Banner und Flyer machen die Mitglieder des Hann. Mündener Vereins „Pro Tourist“ auf sich aufmerksam. Sie lehnen die Einführung eines Fremdenverkehrsbeitrages ab.

Quelle: Wesche

Hann. Münden. Der Verein „Pro Tourist“, der sich für die  Verhinderung der neuen Abgabe einsetzt, sieht in der Veranstaltung „die letzte Chance, sich lautstark gegen die Einführung der  Tourismussteuer zu äußern“, so Christiane Langlotz, zweite Vorsitzende des Vereins.

Bereits heute ziehen Unternehmer Konsequenzen aus der geplanten Abgabe. So erklären Uwe Busch und Anne Freimuth, Betreiber der Busch Freizeit & Touristik GmbH: „Wir haben unseren Kanuverleih am Campingplatz bereits für diese Saison aufgegeben.“ Nach ihren Angaben erwirtschaftete der Betrieb keinerlei Gewinne. Im Falle der neuen Abgabe hätten sie aber für die eingenommenen Umsätze trotzdem zahlen müssen. 

Auch auf dem Hann. Mündener Wochenmarkt regt sich Unverständnis, wie Michael Lindenau von der Arbeitsgruppe des Vereins Pro Tourist berichtet. Nach seinen Angaben erklärte der Obst-und Gemüsehändler Hans Dieter Fethke am vergangenen Sonnabend: „Wir werden von der Stadt Hann. Münden ausgepresst wie eine Zitrone." Seit mehr als 40 Jahren komme er nach Hann. Münden und eigentlich wollen seine Kinder die Geschäfte übernehmen: „Doch wenn die Kosten weiterhin so explodieren, dann ist das nicht mehr sicher.“ Andere Marktbeschicker  argumentieren nach Lindenaus Aussage ähnlich. So schimpfe auch der Fischhändler Michael Geisel: "Wenn der Aufwand höher ist als die Einnahmen, dann hörst Du irgendwann auf.“

Eine Arbeitsgruppe der „Pro Tourist“ beschäftigt sich seit mehreren Monaten mit der Skizzierung alternativer Modelle, um die für den Tourismus erforderlichen Gelder zu generieren. „Wenn der Fremdenverkehrsbeitrag nicht eingeführt wird, spart die Stadt im städtischen Haushalt rund 240.000 Euro“, meint Rolf Bilstein, ehemaliger Geschäftsführer der Hann. Mündener Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Nach seiner Rechnung entfielen 160.000 Euro Zuschuss an die Erlebnisregion und rund 80.000 Euro fiktive Personalkosten, die für die Erhebung des Beitrages veranschlagt wurden.

Dabei sei man sich nach Bilsteins Aussage einig, dass für eine gezielte Fremdenverkehrsförderung finanzielle Mittel gebraucht werden, diese jedoch nicht ausschließlich von Hann. Mündener Unternehmen und Dienstleistern verlangt werden können: „Um den Beitrag von 300.000 Euro für den Tourismus  zu erwirtschaften, gibt es ganz sicher alternative Lösungsansätze“, betont Bilstein.

Von Susanne Wesche

Die Informationsveranstaltung der Stadtverwaltung zur geplanten Einführung der Fremdenverkehrsabgabe findet am Dienstag, 16. Mai, um 19.00 Uhr, im Rittersaal des Welfenschlosses statt. 

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