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93 Stunden lang am Lastwagen-Steuer

Berauschter Fahrer kracht in Leitplanken auf A 7 93 Stunden lang am Lastwagen-Steuer

Fast vier Tage lang hat ein Fahrer am Steuer seines Lastwagens gesessen. Die 93-stündige Fahrt hat am Sonnabend im Industriegebiet von Hedemünden ein Ende gefunden. Zuvor war der unter Drogen stehende Fahrer in 15 Felder Leitplanken auf der Autobahn 7 gekracht.

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Die Polizei hat einen LKW-Fahrer erwischt, der massiv gegen Lenkzeiten verstoßen hat.

Quelle: dpa (Symbolfoto)

Hedemünden. „So etwas haben wir auch nicht alle Tage“, sagte ein Sprecher der Polizei. Nach ersten Ermittlungen war der 23-jährige Fahrer, der aus Beverungen stammt, gegen 2.15 Uhr mit seinem Sattelzug auf der A7 in Richtung Hannover unterwegs, als er gegen die Außenschutzplanke krachte. Danach, so teilt die Götitnger Polizei mit, sei er „einfach weitergefahren“. Später stellte sich heraus, dass der Fahrer 93 Stunden quasi ununterbrochen hinterm Steuern gesessen hatte

Nach dem Unfall setzte der junge Mann seine Fahrt mit dem beschädigten Sattelzug fort. An der  Anschlussstelle Hedemünden  bog er von der Autobahn ab und  steuerte das nahe Industriegebiet an. „Dort stellte er sein Gespann ab und informierte seinen 30-jährigen Arbeitgeber“, so die Polizei. Der Bad-Karlshafener Chef  fuhr nach Hedemünden  und meldete sich dann als angeblicher Fahrer bei  der Polizei. Der unter Drogen stehende 23-Jährige fuhr indes mit dem Firmenwagen des Chefs nach Hause.  Als  bei der Unfallaufnahme auch der digitale Fahrtenschreiber ausgelesen wurde, ergaben sich für die Beamten Ungereimtheiten und Widersprüche. „Nachdem sich auch noch der Chef in Widersprüche verwickelt hatte, flog letztlich der ganze Schwindel auf“, so die Polizei.

Auf Veranlassung des Chefs begab sich daraufhin der 23-jährige Fahrer - noch immer unter Drogen stehend - mit dem Firmenwagen zurück nach Hedemünden.  Dort angekommen stellten die Beamten fest, dass der Mann starke Ausfallerscheinungen zeigte. Ein Drogenvortest reagierte positiv auf Amphetamine. Dem Mann wurde eine Blutprobe entnommen und sein Führerschein beschlagnahmt.

Um die drastische Lenkzeitüberschreitung zu vertuschen setzte der Mann laut Polizei mehrere Karten anderer LKW-Fahrer ein, von denen er mindestens eine zuvor gestohlen hatte. „Wie viele Karten  von wie vielen Kollegen zum Einsatz kamen, ist noch unklar“, so ein Polizeisprecher. Die Karten müssen von den Göttinger Beamten noch abschließend ausgelesen und die Daten ausgewertet werden.

  Eine Fahrerkarte hatte er, so ergaben erste Ermittlungen,  einem Verwandten gestohlen. Diese setzte er seit mindestens Ende August ein. „Ferner besteht der Verdacht, dass er auch zeitweise die Karte des Arbeitgebers nutzte“, so die Polizei. Auf den Fahrer und seinen Arbeitgeber kommen jetzt mehrere Strafverfahren zu. Ein Polizeisprecher: „Lenkzeitüberschreitung, Drogen, Diebstahl“. Die Höhe des Unfallschadens wurde mit 21.000 Euro beziffert.

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