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Hunderte Mündener feiern auf dem Rabanenkopf

135 Jahre Waldgaststätte Tillyschanze Hunderte Mündener feiern auf dem Rabanenkopf

Bei strahlendem Sonnenschein haben am Sonnabend mehrere 100 Freunde der Tillyschanze das 135-jährige Bestehen der gleichnamigen Waldgaststätte gefeiert. Sie eröffnete im Mai 1881. In jenem Jahr begann der Bau des Aussichtsturms auf dem Rabanenkopf oberhalb von Hann. Münden.

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Marlis Scheffel und Reinhold Heck feiern mit ihren Gästen auf der Tillyschanze in Hann. Münden.

Quelle: CR

Hann. Münden. „Touristen muss man etwas bieten“, erklärte Bursche Heinrich (Thorsten Schmook) bei seiner Tillyschanzen-Führung. Die Erkenntnis veranlasste vor 135 Jahren einen Fabrikanten, einen Klempner und einen Oberförster dazu, Geld für einen Aussichtsturm zu sammeln. „Die Spendenbereitschaft war so groß, dass das zunächst in Holz geplante Bauwerk in Stein entstehen konnte“, so Bursche Heinrich.

"Bursche Heinrich" Thorsten Schmook

"Bursche Heinrich" Thorsten Schmook

Quelle: CR

Schmook berichtete auch über Johann Graf von Tilly, nach dem der 25 Meter hohe Turm benannt worden ist. Der oberste Heerführer der Katholischen Liga hatte während des Dreißigjährigen Kriegs die evangelische Stadt an Pfingsten 1626 erobern und plündern lassen. Dabei kam ein Großteil der Bevölkerung um.

„Trotz dieser schrecklichen Geschichte lieben die Mündener den Turm“, berichtete Manfred Albrecht, der Vorsitzende der Schutz- und Fördergemeinschaft Tillyschanze. Der Verein hat in den Jahren 2011 bis 2015 rund 250.000 Euro für die Sanierung des Turms gesammelt. Von dem Geld wurde der Zick-Zack-Weg, der von der Mündener Fuldabrücke hinauf zum Turm führt, neu angelegt. Der Burggraben, der zugleich Landesgrenze zwischen Hessen und Niedersachsen ist, erhielt eine neue Holzbrücke. Handwerker dichteten die Terrasse ab, sodass kein Regenwasser mehr in das darunterliegende Museumszimmer fließen kann. Bastionsmauer und Vorraum des Fledermauskellers, die beide einsturzgefährdet waren, wurden saniert, führte Albrecht aus.

Anlässlich des Fests sangen die Shanty-Freunde Tampenjungs aus dem nahen Gimte. Zwischen 52 und 93 Jahren sind die 19 Sänger alt, die 25 Auftritte im Jahr absolvieren. „Alle zwei Jahre machen wir einen Segeltörn, um auf hoher See ungestört üben zu können,“ erklärte Eddy Arend. Dieses Jahr sind sie auf der Ostsee zwischen Stralsund und Rostock unterwegs. Abends spielte die Band Challange.

Zufrieden mit dem Fest zeigten sich die Wirte der Gaststätte, Marlis Scheffel und Reinhold Heck. „Das heutige Gebäude entstand 1937 nach einem Brand“, erklärte Scheffel.

Waldgaststätte

Den ersten Antrag für eine Ausschankgenehmigung auf der Tillyschanze stellte die Mündener Brauerei Gebrüder Müller 1881. Das Komitee, das in jenem Jahr mit dem Bau des Aussichtsturm begonnen hatte, zeigte sich über die Initiative erfreut. So genehmigte Bürgermeister Wilhelm Funk den Antrag. Das Unternehmen pachtete daraufhin vom Land Hessen ein 3500 Quadratmeter großes Grundstück am Rande des Reinhardswalds, auf dem die Waldgaststätte entstand.

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