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Protest gegen Häuser-Verfall in Münden

Mahnwache Protest gegen Häuser-Verfall in Münden

Eine Mahnwache gegen den Verfall von sieben Fachwerkhäusern der Eigentümerfamilie Haas hat in der Mündener Altstadt begonnen. Die Bürgerinitiative „Denkmalaktivisten“ fordert vor dem Haus Lange Straße 20 seit Montag die Erhaltung der historischen Gebäude.

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Klare Nachricht: Protest gegen den Häuser-Verfall.

Quelle: Katrin Westphal

Hann. Münden. Sechs Tage wollen sie täglich von 8 bis 22 Uhr auf die Missstände hinweisen. Das Kulturerbe der Stadt solle bewahrt und Münden als Touristenstadt attraktiv bleiben. Dazu sammeln die „Denkmalaktivisten“ Unterschriften und verteilen Postkarten, die an den Eigentümer im hessischen Bad Orb adressiert sind. Er wird aufgefordert, die Zukunft seiner Immobilien zu klären.

„Wir wollen dem Verfall vorbeugen“, erklärt Reinhard Müller von den Mündener Denkmalschützern. Wie das Haus bereits in zehn Jahren aussehen könnte, zeigt das Plakat eines Grafikers, das die Fassade des baulichen Sorgenkinds verdeckt: Das Szenario zeigt kaputte Fenster und eine bröckelnde Fassade.

Antonio Angelilli

Antonio Angelilli

Quelle: Katrin Westphal

Die verfallenen historischen Gebäude schadeten auch der benachbarten Gastronomie, erklärt Müller. Das findet auch Antonio Angelilli, Besitzer des Fachwerkhotels Eisenbart. „Wir sind mitten in der Stadt, wo eigentlich das Leben pulsieren muss. Aber hier vergammelt alles“, sagt Angelilli.

Marion Grunewald

Marion Grunewald

Quelle: Katrin Westphal

Marion Grunewald fragt sich, warum der Besitzer die Häuser überhaupt gekauft habe, wenn er sie leerstehen lasse. Sie unterstützt die Aktion und erklärt: „Es gibt keinen anderen Weg. Das geht nur mit Protest.“

Reinhard Befeldt

Reinhard Befeldt

Quelle: Katrin Westphal

Reinhardt Befeldt ist zu Besuch in Münden. „Schade, dass damals nicht jemand anderes etwas ähnliches gemacht hat“, sagt er.

„Die Haas-Gruppe lässt Häuser leerstehen und verrotten“, erklärt Mündens Bürgermeister Harald Wegener (BFMü). Dieser Zustand bringe die Nachbarhäuser in Schwierigkeiten, weil sich die Häuser gegenseitig stützten. Ferner könne sich so Ungeziefer verbreiten. Er habe versucht, mit Haas ins Gespräch zu kommen und ihm Angebote und Konzepte unterbreitet. Haas sei nicht darauf eingegangen.

Auf der anderen Seite gebe es in Münden sehr viele positive Entwicklungen. Rund 700 Fachwerkhäuser zähle die Stadt, nur zehn Immobilien befänden sich im Schrottzustand. Leider stünden sie in sehr exponierter Lage, und sieben gehörten der Haas-Gruppe.

Laut Reinhard Müller habe Haas alle sieben Gebäude für 1,5 Millionen Euro verkaufen wollen. Dieser Betrag entspreche gerade mal den Sanierungskosten eines einzelnen Hauses. Für Wegener haben die Häuser lediglich den Wert eines symbolischen Euros: „Als Bürgermeister habe ich großes Interesse daran, in den Besitz der Immobilien zu kommen, um sie in andere Hände zu geben.“

Von Seiten der Bauaufsicht habe er dafür zu sorgen, dass niemand zu Schaden komme. Jetzt will er „eine andere Gangart einschalten“, so Wegener. Karl Herbert Haas, Berater der von der Familie gegründeten Eigentümergesellschaft Kokon, hatte im August 2015 gegenüber dem Tageblatt gesagt, die Häuser seien nicht baufällig. Haas war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

 
 

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