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Rundt bennent Mängel in Pflegeheim

„Haus der Heimat“ Rundt bennent Mängel in Pflegeheim

Bei der Göttinger Staatsanwaltschaft sind mittlerweile sechs Ermittlungsverfahren gegen die Verantwortlichen der Betreibergesellschaft der Pflegeeinrichtung „Haus der Heimat“ bei Hedemünden anhängig. Das erklärt die Landesregierung in einer Antwort auf eine Anfrage von SPD und Grünen im Landtag.

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Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD)

Quelle: dpa

Göttingen/Hedemünden. Die Ermittlungen beziehen sich auf den Verdacht der Untreue und der fahrlässigen Körperverletzung sowie gegen eine Pflegekraft wegen des Vorwurfs körperlicher Misshandlung, teilte Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) in ihrer Antwort auf die Anfrage von Grant Hendrik Tonne (Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion) und Helge Limburg (Grüne) fest. Weitere Ermittlungen gelten dem Verdacht des Abrechnungsbetruges. So soll ein Pfleger demente Menschen misshandelt haben, erklärte Andreas Buick, Sprecher der Göttinger Staatsanwaltschaft. Außerdem soll ein Patient, der durch falsche Pflege einen offenen Rücken bekommen haben soll, nicht rechtzeitig ins Krankenhaus gebracht worden sein.

Laut Rundt habe der Medizinische Dienst der Krankenversicherung Niedersachsen (MDKN) das „Haus der Heimat“ im laufenden Jahr mit einem Gesamtergebnis von 3,3 (befriedigend) bewertet. Der Landesdurchschnitt betrage hingegen 1,3 (sehr gut). Besonders schlecht schnitt das Heim in den Bereichen „Pflege und medizinische Versorgung“ (3,8) und „Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung“ (4,1) ab. Bei Pflege und medizinischer Versorgung, erklärt Sozialministerin Rundt, seien vor allem „Mängel im Umgang mit Schmerzen, der Dekubitusprophylaxe, der Versorgung chronischer Wunden, der Versorgung mit Nahrung und Flüssigkeit, der Behandlungspflege und der Versorgung mit Medikamenten, der Körperpflege, der Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der regelmäßigen Überprüfung der Notwendigkeit freiheitsentziehenden Maßnahmen“ festgestellt worden. Sauberkeit, Ordnung und Geruch in der Pflegeeinrichtung seien mit „nicht gut“ bewertet worden.

Damit, sagt SPD-Mann Tonne, seien die Missstände in dem Pflegeheim „noch schlimmer als bisher öffentlich bekannt“. Sein Mündener Parteikollege Ronald Schminke, der die Missstände angeprangert und sich dadurch eine Strafanzeige der Heimbetreiberin eingefangen hatte, habe „seine Pflicht als Abgeordneter wahrgenommen und sich zum Schutze des Lebens Pflegebedürftiger eingesetzt“.

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