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Programm im „Ochsenkopf“ geplatzt

Hann. Münden Programm im „Ochsenkopf“ geplatzt

„80 Prozent unseres geplanten Festivalprogramms fällt in diesem Sommer aus“, ärgert sich Christian Möller vom Kulturcafé Münden. Der Grund: Statt die Sanierung des Veranstaltungsorts Ochsenkopf, wie angekündigt, im Juni abzuschließen, habe die Stadtverwaltung zu dem Zeitpunkt erst mit den Arbeiten begonnen.

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Christian Möller auf der Baustelle im „Ochsenkopf“.

Quelle: Harald Wenzel

Hann. Münden.. „Das ist existenzgefährdend“, sagt Möller. Die Verträge mit den Künstlern seien geschlossen, das Werbematerial gedruckt. Nun müsse er alles zurück abwickeln, mit den Künstlern über Stornierungskosten verhandeln. Ein halbes Jahr hätten er und seine Mitstreiterin, Sabina Richter, vergebens gearbeitet. Im August wolle er über dieses Problem mit der Verwaltung verhandeln.

Dass Nachbesserungen beim Brandschutz notwendig sind, wusste Möller. Als er 2015 das Kulturcafé erstmals für sechs Wochen öffnete, erhielt er dafür von der Stadtverwaltung nur eine Ausnahmegenehmigung. Bis zu 150 Personen hielten sich damals in dem markanten Fachwerkhaus aus dem Jahr 1528 auf. Einige 1000 Gäste hätten das Festival besucht, so der Leiter der Musikschule Zusammenspiel. Sie nutzt das Gebäude seit 2008.

Die Versorgungsbetriebe Hann. Münden (VHM), ein Tochterunternehmen der Stadt, erarbeitete ein Umbaukonzept. „Auf Anordnung des Landkreises musste es überarbeitet werden“, sagt Möller. Nun wird die Holzdecke im Erdgeschoss saniert. Handwerker entfernen Styropor und ummanteln die Decke mit Platten. Das Gebäude erhält zusätzliche Fenster. Die Außentür wird umgebaut. Die Arbeiten sichern auch den Betrieb der Musikschule. Die Kosten stünden noch nicht fest, teilt Jens Steinhoff, der technische Leiter der Versorgungsbetriebe, mit. Dem Vernehmen nach sollen sie sich auf 150 000 Euro belaufen.

„Die Arbeiten ziehen sich bis November hin“, sei ihm mitgeteilt worden, sagt Möller. Die Musikschule arbeitet unterdessen, trotz Lärm und Dreck, weiter. Im September soll das zusammengestrichene Festival beginnen.

Bürgermeister Harald Wegener (BFMü), der auch Vorsitzender der Erlebnisregion Hann. Münden ist, lobt auf Anfrage das Kulturcafé als „generationsübergreifenden Treffpunkt mitten in unserer Stadt“ und als „einen wichtigen Beitrag zur Integration junger Menschen mit Migrationshintergrund“. Auf die Gründe für die Zeitverzögerung und Möllers Probleme ging er nicht weiter ein.

Ochsenkopf

Das Gebäude mit dem Namen„Ochsenkopf“ an der Sydekumstraße 8 in Hann. Münden wurde 1528 erbaut. Laut einer Infotafel an der Hauswand gilt das Gebäude als letztes in mittelalterlicher Konstruktionsform (Ständerbau) errichtete Fachwerkhaus im südniedersächsisch-nordhessischen Raum. Die Immobilie wurde 1975/79 restauriert. be

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