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Störende Kolosse werden farbig

Strom- und Internetkästen bekommen farbige Anstrich Störende Kolosse werden farbig

Wenn Historisches auf Modernes trifft, entstehen nicht immer Symbiosen. So stören VDSL-Verteilerkästen die Fachwerkkulisse Kulisse in der Mündener Altstadt. Jetzt haben zwei Bremer Designer Abhilfe geschaffen.

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Schön bunt: Der Stromkasten in der Tanzwerderstraße.

Quelle: R

Hann. Münden. Zusätzlich zu den kleineren, grauen Stromkästen kamen in Hann. Münden im vergangenen Jahr die deutlich größeren VDSL-Kästen - Kolosse, mit denen die Telekom den Bürgern zwar schnelles Internet brachte, die aber zumeist schmucklos in den Straßen der historischen Fachwerkstadt stehen und oftmals auf einer Fläche von mehr als einem Quadratmeter das dahinterliegende Gemäuer verdecken.

Die Bremer Künstler Leonard Rokita und Karoll Bose geben den Strom- und VDSL-Kästen in der Mündener Innenstadt einen neuen Anstrich.

Quelle: Wesche

„Die Telekom war nicht bereit, sich finanziell an einer Verkleidung der neuen Kästen zu beteiligen“, berichtet Hann. Mündens Denkmalpfleger Burkhard Klapp. Also sei er selbst aktiv geworden und habe sich deutschlandweit umgesehen, wie andere Städte mit dem Problem umgehen. Überall habe er aber Maßnahmen angetroffen, die er als ungenügend ansah. „Manche Städte lassen die Kästen mit Naturelementen wie Vögeln oder Schmetterlingen verzieren. Andere wiederum übernehmen die Elemente des Fachwerks und malen sie auf der davor stehenden Box einfach wieder auf.“ Klapp wollte jedoch etwas Neues und stieß bei seinen Recherchen auf zwei junge Designer aus Bremen

„VDSL-Kästen symbolisieren Moderne. Sie bringen Internet und Telefonie in alle Haushalte und sind daher unverzichtbar für die Menschen geworden“, beschreibt Leonard Rokita seinen Designansatz. Das Konzept kombiniere nach Angabe des 29jährigen leuchtend farbige Akzente mit alten Fachwerkelementen. „Es geht uns nicht um die Replikation der Umgebung. Vielmehr wollen wir die Objekte ansprechend in ihrem Umfeld einbinden“, so der freischaffende Künstler Karoll Bose.

Am vergangenen Sonnabend begannen die beiden Bremer ihr Werk in der Altstadt. Bis Sonntagabend stellten sie das Design von zwei Kästen an der Tanzwerderstraße sowie einen an der Rotunde fertig. Weitere sechs Kästen sollen in den kommenden Tagen folgen. Die Verschönerungen kosten je nach Fläche und Arbeitsaufwand zwischen 300 und 1500 Euro pro Kasten. „Die ersten Boxen konnten mit Unterstützung der Versorgungsbetriebe, der Mündener Sparkasse sowie einiger privater Geldgeber finanziert werden“, berichtet Burkhard Klapp. Er hoffe darauf, dass sich weitere Investoren finden, denn schließlich habe man sich zum Ziel gesetzt, allen 45 Kästen in der Innenstadt einen neuen Anstrich zu geben. sw

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