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Turmzimmer der Tillyschanze feierlich eröffnet

Hann. Münden Turmzimmer der Tillyschanze feierlich eröffnet

Betritt man das neu restaurierte Turmzimmer der Hann. Mündener Tillyschanze, ertönt ein mittelalterliches Kampfgetümmel aus den Lautsprechern. Symbolisch untermalt die mittels Bewegungsmelder eingespielte Kriegskulisse das Herzstück des Turms: die Szenerie des Eberlein-Reliefs.

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Bürgermeister Harald Wegener (re.) lässt sich die Touchscreen-Technologie auf der Tillyschanze von Dr. Manfred Albrecht und Elgard Steinmüller erklären.

Quelle: sw

Hann. Münden. Viele Monate dauerten die Instandsetzungs- und Renovierungsarbeiten des historischen Raumes. Zimmerdecke und Wände bekamen einen neuen Anstrich, Elektroleitungen wurden verlegt. Schließlich restaurierte der Adelebser Künstler Erhard Joseph das Eberlein-Relief aufwendig und mit viel Liebe zum Detail. Am Wochenende wurde das neue Turmzimmer bei einem feierlichen Sektempfang der Öffentlichkeit vorgestellt.

Einen besonderen Dank sprach Hann. Mündens Bürgermeister Harald Wegener (BFMÜ) allen „ehrenamtlichen und tatkräftigen Unterstützern“ aus. „Das heutige Ereignis ist das Ergebnis vieler Monate Arbeit“, betonte Wegener und lobte Manfred Albrecht, den Vorsitzenden der Schutz- und Fördergemeinschaft Tillyschanze, für sein „unermüdliches Engagement.“

Insgesamt habe die Renovierung des Zimmers und die Installation moderner Technik etwa 15.000 Euro gekostet. „Ein Betrag, den der Förderverein niemals allein aufbringen konnte“, erklärte Albrecht und verwies damit auf die „zahlreichen Sachspenden heimischer Unternehmen, die unentgeltlich geleisteten Arbeitsstunden auf der Tillyschanze und die großartige Unterstützung des Vereins Gustav-Eberlein-Forschung.“

„Das neue Turmzimmer wertet die Arbeit des Hann. Mündener Künstlers Eberlein auf“, betonte Elgard Steinmüller, Geschäftsführerin des Vereins Gustav-Eberlein-Forschung. Dies sei gerade im Jubiläumsjahr zum 170. Geburtstag des Bildhauers, Malers und Schriftstellers besonders wichtig. „Endlich bekommt er wieder den Stellenwert, den er verdient“, so Steinmüller.

Vor dem Relief wurde ein Touchscreenmonitor installiert. Die Kriegsszenerie des mit Bildhauergips hergestellten Wandreliefs ist auch auf dem Bildschirm dargestellt. 14 Punkte kann der Besucher nun antippen und erhält Informationen zur jeweils abgebildeten Person oder Symbolik. Steinmüller ist mit ihrer Arbeitsgruppe verantwortlich für den Inhalt des gesprochenen Wortes.

„Wir haben uns entschlossen, den Künstler sein Werk selbst erklären zu lassen“, erklärte Steinmüller. So erzählt eine tiefe Männerstimme bei der Berührung des selbst portraitierten Eberlein am linken Außenrand des Werkes: „Gestatten Sie, dass ich mich kurz vorstelle. Mein Name ist Gustav Eberlein. Ich bin der Künstler dieses großartigen und mächtigen Reliefs. Ich habe es 1885 für den Turm geschaffen. Darin habe ich ganz viele meiner Freunde mit aufgenommen und dargestellt.“

Mit der Verknüpfung der Restauration des historischen Reliefs und der Installation modernster Technik im Turmzimmer verspricht sich Albrecht auch „die Aufmerksamkeit des jüngeren Publikums.“ Zudem sei die Wissensvermittlung historischer Zusammenhänge „nun zeitgemäß gestaltet und von jedem bedienbar“. sw

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