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Windräder und Werraversalzung im Fokus

Umweltausschuss Hann. Münden Windräder und Werraversalzung im Fokus

 Auf der Tagung des Umweltausschusses der Stadt Hann. Münden hat Walter Hölzel von der Werra-Weser-Anrainerkonferenz am Mittwoch über die Abwasserkanäle der Kali-Industrie im Werrarevier referiert. Siegfried Pflum vom Fachdienst Stadtplanung gab einen Überblick über zu erwartende Windkraftanlagen.

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 Dunkle Wolken ziehen über den Kali-Abraumberg und die Werra im osthessischen Philippsthal (Hessen).

Quelle: dpa

Hann. Münden. „Seit mehr als einhundert Jahren sind Werra und Weser die Abwasserkanäle der Kali-Industrie im Werrarevier. Seit dem Jahre 2007 müssen die Flüsse zusätzlich die Haldenlaugen aus dem Fuldarevier aufnehmen.“ Mit diesen Worten wird auf der Homepage des Vereins Werra-Weser-Anrainerkonferenz die rechtliche Kontroverse zwischen Naturschützern und der Kali-Industrie dargestellt. Auf der Tagung des Hann. Mündener Umweltausschusses ergänzt der Vereinsvorsitzende Hölzel: „Das Unternehmen K+S hat sich mit seiner Entsorgungspolitik in eine unhaltbare Situation gebracht.“

Die geforderte Reduzierung der Abwassermenge führte nach Hölzels Angaben zu einer vermehrten Salzaufhaldung. Somit würden die Rückstände aus der Produktion nicht mehr direkt in die Werra geleitet sondern gelangten jetzt durch die Vermengung von Regenwasser und Ablagerungen auf den Halden in die heimischen Gewässer.

Kritisch sehe er die Unternehmenspolitik der K+S aber vor allem deswegen, weil „es bereits effektive Lösungsvorschläge zur abstoßfreien Kaliproduktion gibt“. Diese blieben nach seiner Ansicht aber aber aus rein wirtschaftlichen Gründen unbeachtet. Markus Jerrentrupp (CDU), Vorsitzender des Umweltausschusses fragte nach Gestaltungsmöglichkeiten und Wünschen des Vereins. „Werden Sie Mitglied bei uns und wenden Sie sich mit Klagen an die EU-Kommission“, erwiderte Hölzel.

Einen Überblick der geplanten Windkraftanlagen im Großraum Hann. Münden gab Siegfried Pflum. Er bestätigte, dass eine südhessische Bietergemeinschaft den Zuschlag für die erste Fläche im Reinhardswald bekommen hat. Bis Ende 2017 wird die technische Planung des Windpark Gahrenberg abgeschlossen sein. Geplanter Baubeginn ist nach Angaben von Pflum im ersten Halbjahr 2019.

Auch auf dem Steinberg, in unmittelbarer Nähe des Naturfreundehauses und des Mittelalterdorfes, sollen die Windräder entstehen. Geplante seien vier Anlagen, die von der Stadtwerke Witzenhausen betrieben werden sollen. Ferner investiert die Enercon 22 Millionen Euro für die Errichtung von fünf Anlagen in der Nähe von Schloss Berlepsch.

Zum geplanten Windkraftpark Gahrenberg meint Pflum abschließend: „Es geht nicht um die Frage Windkraft – ja oder nein. Es geht einzig um die Frage, welchen Wert unsere Natur- und Erlebnisregion für Anwohner und Besucher hat und ob mit dem Windpark Gahrenberg die Zumutbarkeitsgrenze überschritten wird.“ sw

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