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Ziegel fallen von Fachwerkhaus in Hann. Münden

Ausgerechnet während Mahnwache gegen den Verfall Ziegel fallen von Fachwerkhaus in Hann. Münden

Gefährlicher Zwischenfall zum Abschluss  der Mahnwache der „Denkmalaktivisten“ gegen den Verfall historischer Fachwerkäuser in der Altstadt von Hann. Münden. Am Sonnabend wehte offenbar der Wind einige Ziegel auf den Gehweg vor dem Fachwerkhaus an der Langen Straße 20. Der Bereich wurde abgesperrt.

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Aus Sicherheitsgründen: Abgesperrter Bereich am Fachwerkhaus an der Langen Straße 20.

Quelle: R

Hann. Münden. Das bestätigte die Mündener Polizei auf Tageblatt-Anfrage. Demnach seien gegen 15.30 Uhr Ziegel und Mörtel vom Dach eben jenes Fachwerkhauses gefallen, vor dem die „Denkmalaktivisten“ Stellung bezogen hatten. Die Gegenstände landeten auf dem Gehweg vor dem Haus. Ursache seien wahrscheinlich starke Windböen gewesen. Verletzt worden sei niemand. Aus Sicherheitsgründen sei der Bereich um das Haus aber umgehend abgesperrt worden, so die Polizei.

Das hätten die Kommunalen Dienste der Stadt vorgenommen, sagte auf Anfrage Mündens Bürgermeister Harald Wegener (BFMü). "Wir werden umgehend prüfen, welche Maßnahmen getroffen werden müssen", um weitere Vorfälle an den verfalIenden Immobilien zu unterbinden. "Das Ansehen unserer Fachwerkstadt hat einen hohen touristischen Wert, den es zu schützen gilt. Das hat hohe Priorität", betonte Wegener.

 „Nun ist das eingetreten, was wir immer schon prognostiziert haben“, erklärte Reinhard Müller vom Förderverein Mündener Altstadt. Auch wenn das eine Bestätigung für die Forderungen der Bürgerinitiative „Denkmalaktivisten“ sei, sei der Vorfall natürlich „nicht schön“. Aber er zeige, dass es dringend notwendig sei, etwas gegen den Leerstand und den damit verbundenen Verfall einiger Fachwerkäuser  zu unternehmen.

Rund eine Woche lang, von Montag bis Sonnabend, hatten die „Denkmalaktivisten“ auf den Verfall mehrerer historisch bedeutsamer Fachwerkhäuser in der Altstadt hingewiesen.  Ausgerechnet vor dem Haus an der Langen Straße 20, dem sogenannten Sonnenuhrhaus, hatten sie täglich von 8 bis 22 Uhr auf die Missstände hingewiesen, Unterschriften gesammelt und die Bürger informiert – so auch am Sonnabend zum Zeitpunkt des Zwischenfalls, wie Müller sagte.

Es gelte, das Kulturerbe der Stadt zu bewahren, erklärte die Bürgerinitiative – nicht nur aus historischen und touristischen Gründen, sondern auch deshalb, um dringend notwendigen zusätzlichen Wohnraum bereitzustellen.

Die Aktion, die auf großes Medieninteresse gestoßen war, richtet sich vor allem gegen die Eigentümerfamilie Haas aus Bad Orb, der mehrere Fachwerkhäuser in der Mündener Innenstadt gehören. Dazu zählt auch das Haus Lange Straße 20. Die Bürgerinitiative wirft der Familie vor, die Häuser verfallen zu lassen.

Karl Herbert Haas, Berater der von der Familie gegründeten Eigentümergesellschaft Kokon, hatte vergangenes Jahr im Gespräch mit dem Tageblatt widersprochen: Die Häuser seien nicht baufällig. Ebenfalls 2015 waren die Haas-Häuser von der Bürgerinitiative „Denkmalaktivisten“ symbolisch zu Grabe getragen worden. Damals hatten an dem „Trauermarsch“ mehr als 200 Menschen teilgenommen.

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