Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
24-jähriger Northeimer vor Gericht

63-facher Betrug 24-jähriger Northeimer vor Gericht

63 Mal soll der Angeklagte innerhalb von sechs Monaten beim Internet-Warenhaus Zalando bestellt haben – auf Rechnung und ohne zu bezahlen. Seine Onlinekäufe reichten von hochwertiger Herrenbekleidung über Damenleggins in Größe XS bis zu Kinderschuhen. Gesamtwert: 12 364 Euro.

Voriger Artikel
Nino de Angelo live
Nächster Artikel
Rentnerin überweist Tausende Euro
Quelle: dpa (Symbolbild)

Northeim. Die Anklage warf dem 24-Jährigen mehrfachen Betrug vor. Den räumte der hoch verschuldete Northeimer auch zu Prozessbeginn umgehend ein, dann aber schwieg er auf Anraten seines Anwalts. Er sagte nicht, was mit der gelieferten Ware passiert ist, ob er sie verkauft oder an Freunde weitergegeben hat. Auch behielt er für sich, warum er mehrere Bestellungen an einem Tag aufgab. Wer die bei der Hausdurchsuchung gefundenden Kleidungsstücke getragen hatte, blieb ebenfalls sein Geheimnis. Selbst als der Richter es mit Humor versuchte und ihn fragte, ob er Leggins und Absatzschuhe eventuell selbst getragen habe, blieb die Antwort aus. 

Die Erklärung für seine Verschwiegenheit lieferte die Staatsanwältin. Denn sie äußerte den Verdacht, der junge Mann könne gewerbsmäßig betrogen haben. Wer in einem solchen Umfang über einen längeren Zeitraum betrüge, der verschaffe sich damit eine nicht unerhebliche Einnahmequelle. In Zahlen: etwa 2000 Euro pro Monat. Und dabei reiche es juristisch betrachtet aus, die Kleidung selbst getragen und sich damit entsprechende Anschaffungskosten erspart zu haben.

Für den Strafrahmen hätte das erhebliche Folgen gehabt, denn für Betrug in besonders schweren Fällen sieht das Strafgesetzbuch Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vor. Eine Reaktion des jungen Northeimers auf der Anklagebank war nicht zu erkennen. Auch nicht bei der Urteilsverkündung. Vieles habe für eine Gewerbsmäßigkeit gesprochen. Aber es habe sich nicht mit Sicherheit ausschließen lassen, dass der Angeklagte nicht doch uneigennützig gehandelt, die Waren als Geschenke verteilt haben könnte. Zudem sei der Angeklagte ohne Vorstrafen und geständig gewesen. Und so hieß es schließlich: Zwölf Monate Gefängnis zur Bewährung, 150 Arbeitsstunden, drei Termine bei der Schuldnerberatung für Betrug und eisernes Schweigen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Das Tanz-Team des TSC-Schwarz-Gold Göttingen