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AFD: Aus dem Stand auf 8,5 Prozent

Kommunalwahlen 2016 AFD: Aus dem Stand auf 8,5 Prozent

Ein leichtes Plus bei der Wahlbeteiligung und die AfD bei 8,5 Prozent: Dem Zwischenergebnis zufolge hat die Kreiswahl in Northeim am Sonntag so manche Überraschung hervorgebracht. Um 22.15 Uhr waren 228 von 232 Wahlbezirken ausgezählt - und die Koalitionsbildung im Kreistag unklar.

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Quelle: dpa

Northeim. Zwar erlangte die SPD mit 40,74 Prozent eine deutliche Mehrheit, die Genossen verloren im Vergleich zur letzten Wahl rund 1,5 Prozentpunkte. Auch ihr bisheriger Koalitionspartner, die Grünen, brach ein: Minus drei Prozentpunkte und lediglich 6,77 Prozent der Wählerstimmen machen eine Fortführung der bisherigen rot-grünen Koalition unwahrscheinlich. Detlef Rengshausen (Grüne) machte dafür vor allem den Verlust des „Fukushima-Bonusses“ verantwortlich, das Ergebnis sei durchaus besser als noch vor zehn Jahren.

Ebenfalls verloren hat die CDU: Mit 31,07 Prozent verschlechterte sich das Ergebnis der Christdemokraten um fast zwei Prozentpunkte. „Da hat sich die schlechte Stimmung gegenüber Frau Merkel durchgeschlagen“, vermutete der stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende Malte Schober. Besonders frustrierte ihn das Ergebnis der AFD, die nach seinen Worten in Northeim „ohne jegliche kommunalpolitischen Aussagen angetreten war“: Die Rechtspopulisten kamen aus dem Stand auf 8,5 Prozent.

Dort sprach der Kreisvorsitzende Maik Schmitz tatsächlich von „einem desaströsen Abschneiden der CDU“. „Wir sind drittstärkste Kraft“, freute er sich - „genau das, was wir uns erwartet hatten.“

„Das hätte auch noch schlimmer kommen können“, sagte hingegen Detlef Rengshausen von den Northeimer Grünen: Er, wie auch SPD- und CDU-Vertreter waren überrascht von den häufigen Auftritten prominenter AfD-Vertretern wie Björn Höcke, Frauke Petry und Alexander Gauland in Northeim.

Wie es im Kreistag Northeim weitergeht, ist unklar: Zu Redaktionsschluss stand die endgültige Sitzverteilung noch nicht fest. Rein rechnerisch kommt eine rot-grün-gelbe Ampelkoalition in Frage. Die FDP konnte sich um einen Prozentpunkt auf 7,2 Prozent steigern. Auch mit der FDP habe man in der Vergangenheit gut zusammenarbeiten können, berichtete SPD-Mann Schwarz.

Nicht in Frage kommt für ihn eine Koalition mit der AfD. Eine Haltung, die CDU-Mann Schober teilt - ein entsprechendes Votum seiner Parteigremien vorausgesetzt. Zugleich betonte er: „Die etablierten Parteien müssen sich ganz dringend mit den Protestwählern auseinandersetzen.“hö

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