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AfD-Politikerin Beatrix von Storch in Northeim

Northeimer Bürgersaal AfD-Politikerin Beatrix von Storch in Northeim

Die AfD-Bundes- und Europapolitikern Beatrix von Storch hat bei einer Rede vor Anhängern der Partei in Northeim den Ausstieg Großbritanniens aus der EU als großes Glück und Chance bezeichnet. Der Brexit habe das Fenster für „frischen Wind“ in Europa aufgestoßen.

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Beatrix von Storch im Northeimer Bürgersaal.

Quelle: Theodoro da Silva

Northeim. Etwa 80 Menschen, fast alle Parteimitglieder, waren in den Bürgersaal gekommen, um die prominente Politikerin der Alternative für Deutschland zu hören. Von Storch widmete sich vor allem dem Thema Brexit und Möglichkeiten einer direkten Demokratie.

Am Bürger vorbei

Wie der Brexit, so hätten auch so gut wie alle anderen Abstimmungen in einzelnen Mitgliedsländern eine Ablehnung der EU-Positionen ergeben. Von Storchs Fazit: Die EU regiere am Bürger vorbei. In Brüssel habe sich ein „politisches Kartell“ von Berufspolitikern gebildet.

Viel zu oft seien die Bürger bei wichtigen Sachfragen nicht gefragt worden. Die AfD strebe stattdessen auf nationaler Ebene „Volksabstimmungen nach Schweizer Vorbild“ an. Sollte es jemals zu koaltitionsverhandlungen mit anderen Parteien kommen, sei dieser Punkt „nicht verhandelbar“.

„einfach nur krank“

Zweites Von-Storch-Thema: die angeblich von der EU-Führung vorangetriebene „Politik der Umerziehung“ der Bürger. Am Beispiel der Aufsplitterung und Relativierung von Geschlechterrollen bis hin zur Einführung von Geschlechtern jenseits von Mann und Frau hämmerte von Storch auf die EU-Kommission und die liberalen bis linken Fraktionen im EU-Parlament ein. Auch dass die EU jetzt beispielsweise die Verteilung von Hausarbeit zwischen Mann und Frau erfassen wolle, sei „gestört“, das angebliche Ziel, die ungleiche Verteilung zu nivellieren, „einfach nur krank“.

Vor der Von-Storch-Rede hatten etwa 80 Demonstranten gegen den Auftritt der AfD-Frau protestiert. Sie wurden von der Polizei in etwa 100 Meter Abstand zum Bürgersaal gehalten. Die Kundgebung verlief ohne Zwischenfälle.

Gegen Islam und Scharia

Beatrix von Storch (45) ist stellvertretende Bundesvorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD) und Landesvorsitzende in Berlin. Bei der Europawahl 2014 wurde sie ins Europäische Parlament gewählt. Dort ist sie Mitglied der EU-kritischen Fraktion Europa der Freiheit und der direkten Demokratie (EFDD).

Innerhalb der AfD gilt sie als ausgesprochen konservativ. Zu den Hauptthemen und politischen Schwerpunkten ihrer Arbeit zählen eine angebliche Sexualisierung der Gesellschaft, ihre Ablehnung einer Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften und eine sehr kritische Haltung gegenüber dem Islam und Bestrebungen anderer Parteien und gesellschaftlicher Gruppen, das islamische Rechtssystem der Scharia zu verharmlosen.

Scharfe Kritik gab es im März 2016 an Äußerungen von Storchs zum Schusswaffengebrauch an der Grenze gegen Flüchtlinge. Ein monat zuvor gab es erheblichen Medienrummel, weil von Storch bei einer nicht-öffentlichen Sitzung der AfD-Bundesprogrammkommission in einem Hotel in Kassel von einem als Clown verkleideten Aktionskünstler mit einer Torte beworfen wurde. Der Tortenwurf verbreitete sich rasend schnell im Internet. hein

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