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Alihai am Waldrand, Waran in Werkstatt

Hobby-Künstler verwandelt Baumstämme in Kunstwerke Alihai am Waldrand, Waran in Werkstatt

Ein seltsames Wesen ist seit einigen Wochen am Waldrand des Maibergs in Angerstein zu sehen. Es handle sich um einen „Alihai“, sagt Hans-Jürgen Becker. Der Hobbykünstler hat das stattliche Holztier aus einem mächtigen alten Eichenstamm geschaffen. Demnächst soll ein weiteres Holztier folgen.

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Hobbykünstler Hans-Jürgen Becker hat den „Alihai“ am Waldrand des Maibergs gefertigt. Demnächst soll dort auch der Waran Platz finden, den er gerade in seiner Werkstatt bearbeitet. foto: Heller

Quelle: Peter Heller

Angerstein. „Ich bin immer so ein bisschen am Fummeln“, sagt der 73-jährige Angersteiner von sich selbst. Das Haus an der Kirchstraße, in dem Becker lebt, ist im Stil des berühmten Künstler Friedensreich Hundertwasser angemalt, und auch den Garten hat der Hobbykünstler mit allerlei selbst geschaffenen Dingen verschönert. Da lugt zum Beispiel ein Drachen als Wasserspeier von der Regenrinne. „Den habe ich aus Kupferblech gedengelt“, erzählt Becker. Auch mit Steinen oder Ziegeln weiß der Rentner umzugehen. Den geplättelten kleinen Rundweg habe er selbst verlegt, und das kleine Dach über einem geschnitzten Schild vor dem Haus ist ein Eigenbau. An einem der Carport-Balken hängt das Konterfei Albert Einsteins und streckt dem Betrachter die Zunge raus.

Das Innere der kleinen Werkstatt Beckers offenbart weitere Talente des Hobbykünstlers. Auf einer Staffelei steht ein noch unfertiges Porträt Martin Luthers, im Regal das Konterfei Wilhelm Buschs, das Becker geschnitzt hat. Noch unbearbeitet ein dickes Brett, in das der 73-Jährige Löcher bohren will. „Daraus will ich für die Kirche ein Kerzenbrett machen“, kündigt er an.

Ein weiteres Projekt, mit dem sich der Angersteiner derzeit auch befasst, ist eine Halterung für die Holzwappenschilder des Maibaums. Diese sollen an einer Wand im Dorfgemeinschaftshaus aufgehängt werden. Einige der Holzwappen habe er selbst geschnitzt, sagt er. Auch stammten etliche Hinweisschilder aus Holz von ihm. Jenes am Eingang des Springparks in Angerstein zum Beispiel, oder die Holztafeln mit dem Schriftzug „Zur Schäfertrift“ und „Realgemeinde Angerstein“ am Waldrand am Maiberg.

Beide hängen an einer alten, mit Efeu bewachsenen Eiche, zu deren Füßen eines der jüngsten Exponate Beckers die Zähne fletscht. Die Angersteiner Kinder hätten den „Alihai“, ein Aligator mit Haiflosse, bereits zum Klettern genutzt, freut sich der Rentner. Es handle sich um einen alten Eichenstamm, den Becker im Wald entdeckt und zum Kunstwerk verarbeitet hat. Er sehe einen Stamm oder ein Stück Holz, und schon habe er Ideen, was sich daraus machen lasse, meint er.

Ähnlich sei das mit dem hellen Holzstück, das er gerade auf seiner Werkbank bearbeitet. Ein Waran soll es werden, sagt er, wobei ihm ein Foto für die Kopfform als Vorlage diene. „Ich bin Autodidakt und Naturkopierer“, sagt der Hobbykünstler. „Ich habe vieles gemacht“, entgegnet der 73-Jährige auf die Frage nach seinem beruflichen Werdegang. Er habe Elektriker gelernt, bei der Bundeswehr im Bereich Logistik und als Verwaltungsfachangestellter gearbeitet.

Für den Waran auf der Werkbank hat Becker übrigens schon einen Platz im Blick. Der soll dem Alihai auf dem waagerechten Ast der Eiche am Waldrand Gesellschaft leisten. Gerne würde Becker einen weiteren Eichenstamm aus dem Realgemeindewald zu einem Bären verarbeiten, „aber leider ist der Stamm schon verkauft“, bedauert er.

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Von Redakteur Britta Eichner-Ramm

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