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Antisemitismus-Vorwürfe gegen Juso

Facebook-Post Antisemitismus-Vorwürfe gegen Juso

Ein Facebook-Post zum Eurovision Song Contest, für den ein junger Northeimer verantwortlich ist, hat Entrüstung hervorgerufen. Wegen des Spruchs „Zwölf Punkte für Israel aus Deutschland. Sind wir jetzt quitt?“ wird ihm Antisemitismus vorgeworfen. Brisant: Er ist SPD-Nachwuchspolitiker und muss nun mit Konsequenzen rechnen.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Northeim. „Da möchte jemand so provokant sein wie Böhmermann, hat aber offensichtlich in der Schule gepennt“ oder „Ist das noch Journalismus oder schon antisemitische Hetze?“ sind nur zwei der zahlreichen Kommentare, die auf die Facebook-Seite der „Northeimer Rundschau“ einprasseln. Die Northeimer Rundschau ist ein journalistisches Hobbyprojekt, als Chefredakteur fungiert ein stellvertretender Landesvorsitzender der Jusos.

Unpassend und böse

Der Post, der in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag veröffentlicht wurde, ist mittlerweile gelöscht. Stattdessen zeigte sich der Jungpolitiker auf Tageblatt-Nachfrage reumütig. Man bedauere den Post, weil er unpassend und böse sei. „Antisemitismus hat in einer emanzipierten Gesellschaft nichts verloren. Er war, ist und wird immer falsch sein.“ Er selbst habe den Post nicht verfasst, von dem entsprechenden Redakteur habe man sich getrennt.

Möglicherweise kommen auf den Nachwuchspolitiker aber dennoch politische Konsequenzen zu. Auch wenn er den Post nicht selbst verfasst habe, sei der Northeimer als Chefredakteur verantwortlich, meint Juso-Landesvorsitzender Leonard Kuntscher.

Völlig unverständlich

„Der gemachte Post ist abstoßend, dumm und in keinster Weise mit den Grundwerten der Jusos vereinbar“, so Kuntscher. „Es ist vollkommen unverständlich, wie man so etwas angesichts der deutschen Geschichte lustig finden kann.“

Man stehe „ohne Wenn und Aber solidarisch an der Seite Israels“ und kämpfe gegen jeden Antisemitismus und gegen jede Form von Geschichtsverklärung. Auch Philip Le Butt, Vorsitzender des einflussreichen Juso-Bezirks Hannover, kritisiert das Posting. „Satire kann nicht alles entschuldigen.“ Der Vorfall soll laut Kuntscher nun zügig intern aufgearbeitet und falls nötig mit entsprechende Konsequenzen bedacht werden, so der Juso-Chef.

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