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"Entfremdung in den Städten"

Apfelerntefest auf dem Schulbauernhof "Entfremdung in den Städten"

Auch wenn es das inzwischen elfte Apfelerntefest auf dem Schulbauernhof in Hevensen war, eine Premiere hat es am Sonntag dennoch gegeben: Zum ersten Mal besuchte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) den Hof.

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Das Apfelerntefest in Hevensen.

Quelle: Heller

Hevensen. "Die Öffnung der landwirtschaftlichen Betriebe liegt mir am Herzen", sagte Meyer. Es gehe darum, zu zeigen, woher die Lebensmittel kommen und wie sie erzeugt werden. "Es braucht wieder mehr Wertschätzung für Lebensmittel", sagte Meyer. Diesen Gedanken nahm der Vorsitzende des Landvolks Northeim-Osterode Hartmut Danne auf: "Vor allem in den Städten gibt es eine Entfremdung", sagte er. Wie Lebensmittel produziert, wie viele Prozesse dafür nötig sind und wie viele Hände daran beteiligt sind, sei vielen kaum mehr bewusst.

Seit 2005 profitiert der Schulbauernhof in Hevensen von der Initiative „Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“. Sie bietet Landwirten Unterstützung, Kontakte zu knüpfen, Verbrauchererwartungen kennenzulernen, ihre Produktion und Erzeugnisse bei den Kunden in der Region bekanntzumachen. Finanziert wird die Initiative aus EU-Mitteln und Förderungen von Bund, Land und Kommunen. Nach Meyers Angaben hat das Hevenser Schulbauernhof-Projekt in den vergangen Jahren jährlich 15000 Euro bekommen.

3000 Schüler hat der Bauernhof pro Jahr zu Gast, um den Alltag auf einem Hof kennenzulernen. Sie werden dazu in die Feld- und Gartenarbeit, die Tierversorgung, die Ernte oder die Zubereitung der Speisen eingebunden. 60 Prozent der Schulen von Cuxhaven bis Staufenberg kommen nach Angaben vom Leiter des Hofes, Axel Unger, wieder. 20 Hektar Land bewirtschaftet der Hof.

Hardegsens Bürgermeister Michael Kaiser (parteilos) bescheinigte dem Hof, Strahlkraft über die Grenzens Hardegsen zu haben. Er sei eine Bildungsadresse "besonderen Ranges". Seit Juli ist der Hof Bestandteil des Weltaktionsprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ der UNESCO.

Während des Apfelerntefest gab es für Besucher, die Gelegenheit, den Vier-Seiten-Hof aus dem 19. Jahrhundert mit seinen Ställen und Tieren zu besichtigen. Für Kinder standen Pony-Reiten und Planwagenfahrten auf dem Programm. Lebensmittel vom Hof und aus der Region waren im Angebot.

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