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Aus Familienzentrum soll Mehrgenerationenhaus werden

Evangelisches Familienzentrum Aus Familienzentrum soll Mehrgenerationenhaus werden

Ende Oktober ist die Förderung des Evangelischen Familienzentrums ausgelaufen. Jetzt hofft die Emmaus-Gemeinde Nörten auf Aufnahme in die Neuauflage des Bundesförderprogramms für Mehrgenerationenhäuser.

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Eltern-Kind-Nachmittag im Familienzentrum in Nörten-Hardenberg.                

Quelle: Eichner-Ramm

Nörten-Hardenberg. Pastor Wolfgang Schillak und Sabine Rudolph-Kießling, Leiterin des Familienzentrums in Nörten, hoffen, dass es auch weiterhin Fördermittel für die Arbeit des seit drei Jahren bestehenden Familienzentrums gibt. Doch auch wenn der Zuschuss Ende Oktober endete, versichert Schillak: „Die Angebote des Familienzentrums sind vorerst bis zum 31. Dezember gesichert.“ Im Idealfall, so der Wunsch von Schillak und Rudolph-Kießling, könnten sie nahtlos als Mehrgenerationenzentrum weiter arbeiten. Inhaltlich wäre das kein Problem, so sagen sie. Vorerst auch nicht, was das Raumangebot im Gemeindezentrum angeht.

Entscheidung steht noch aus

Damit auch die Finanzierung passt, bekundete die Kirchengemeinde im Mai ihr Interesse an einer Bundesförderung für ein Mehrgenerationenhaus. Die Entscheidung stehe noch aber aus, so Schillak. „Wenn wir aber das Go bekommen, können wir sofort loslegen.“

In den drei Jahren, die es das Familienzentrum in Nörten nun bereits gibt, habe sich ein breites Angebot für Familien, aber auch für Flüchtlinge etabliert. Laut Rudolph-Kießling gebe es dienstags den Eltern-Kind-Nachmittag, mittwochs eine allgemeine Sozialberatung, freitags das Café Welcome und täglich einen Deutschkurs mit Kinderbetreuung, dazu monatlich ein Projekt aus der Reihe „Gemeinsam stark“ für Grundschul- und Vorschulkinder, sowie alle acht Wochen ein Familienfrühstück und Vorträge zu Themen wie Erziehung, Recht und Familie.

Vor allem in der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe sei „viel passiert“, sagt die Leiterin des Familienzentrums, dessen Räume für viele Aktivitäten des Runden Tisches Flüchtlingshilfe genutzt würden. In Bezug auf Ehrenamt, eines der Kriterien an ein Mehrgenerationenhaus, gebe es in Nörten sehr viel Potenzial, versichern Schillak und Rudolph-Kießling. Etwa 50 Flüchtlinge leben in Nörten-Hardenberg. „Wir haben hier einen Betreuungsschlüssel von eins zu eins“, freut sich Schillak über das große ehrenamtliche Engagement der Nörtener bei der Integration der Flüchtlinge.

Noch viele Ideen

„Wir haben noch viele Ideen, was man an zusätzlichen Angeboten machen kann“, sagt die Leiterin des Familienzentrums. Als Mehrgenerationenhaus sollen die Angebote auch auf die ältere Generation ausgeweitet werden - zum Beispiel denkt Rudolph-Kießling an einen Tanzkreis für die sogenannten Best Ager. Schon jetzt seien bei manchen Veranstaltungen die Großeltern dabei, der Schritt zum Mehrgenerationenhaus also gar nicht so groß.

Mehrgenerationenhäuser

Bundesweit gibt es zurzeit 450 Mehrgenerationenhäuser, vier in Südniedersachsen: das Mehrgenerationenzentrum Friedland, das Nachbarschaftszentrum Grone, das Mehrgenerationenzentrum Adelebsen und das Mehrgenerationenhaus Familienzentrum Uslar. 2012 startete das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser II des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Jedes der 450 Häuser im Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser II erhielt über einen Zeitraum von drei Jahren (2012-2014) einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 40 000 Euro, 30 000 Euro davon aus Mitteln des Bundes und des Europäischen Sozialfonds (ESF) . Im Jahr 2015 übernahm der Bund bei unveränderter Gesamtfördersumme 30 000 Euro pro Mehrgenerationenhaus. Zum 1. Januar 2017 will das Bundesministerium ein neues Bundesprogramm zur Förderung von Mehrgenerationenhäusern starten, heißt es.

Damit solle das bis Ende 2016 laufende Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser II in eine weitere Förderung überführt werden. Bereits in diesem Jahr würden in einem Pilotprojekt mit bis zu zehn zusätzlichen Mehrgenerationenhäusern die Vorgaben und Inhalte des neuen Bundesprogramms ab 2017 erprobt. Das Interessenbekundungsverfahren laufe. Seitens des Ministeriums wird betont, dass für das neue Bundesprogramm, das zunächst bis 2020 geplant sei, „ein möglichst umfangreicher Erhalt der bisherigen Standorte und Trägerstrukturen beabsichtigt ist“.

Bewerbungen für eine Teilnahme am neuen Programm seien aber auch für neue Häuser erwünscht. Unverändert bleiben solle im neuen Programm die Gesamtfördersumme je Haus in Höhe von jährlich 40 000 Euro, „welche sich wie bisher aus einem Bundeszuschuss in Höhe von 30 000 Euro und dem Kofinanzierungsanteil in Höhe von 10 000 Euro von Kommune, Landkreis oder Land zusammensetzt“. be
Weitere Informationen unter www.mehrgenerationenhaeuser.de

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