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Rechte stören Linke, Linke verjagen Rechte

Auseinandersetzungen in Northeim Rechte stören Linke, Linke verjagen Rechte

Mitglieder der rechten Szene haben am Mittwoch das Gründungstreffen einer antifaschistischen Jugendgruppe in Northeim gestört und behindert. Danach trafen die Rechten nach Schilderung der Grünen Jugend Northeim (GJ) auf eine Gruppe Antifaschisten, die die Rechten verjagt haben sollen.

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Bei der Gründung einer antifaschistischer Jugendgruppe kam es zu Auseinandersetzungen.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Northeim. Die GJ schildert die Vorfälle so: So hätten sich schon vor Beginn des Gründungstreffen im Parteibüro der Northeimer Grünen "immer wieder Nazis aus der Region" gezeigt und das Geschehen beobachtet. Während der Veranstaltung seien "einzelne Nazis", darunter Pascal Z., direkt vor der Tür des Veranstaltungsortes entlang gelaufen und hätten versuchten ins Innere zu spähen. Einer von ihnen sei "aggressiv" auf die Tür zugelaufen, habe Plakate von der Tür gerissen und mit seinem Handy in den Innenraum gefilmt. Auch habe er versucht, die Tür zu öffnen, die jedoch aus Schutz der etwa 15 Teilnehmer des Gründungstreffens vor Übergriffen von innen verschlossen war. Kurz danach seien in der Fußgängerzone "plötzlich wie aus dem Nichts" rund zehn Antifaschisten aufgetaucht, die unter „Nazis raus!"-Rufen in Richtung der Rechten stürmten und diese verjagten. Es sei der GJ nicht bekannt, woher die Antifaschisten kamen, sagte ein GJ-Sprecher.

 

Augenzeuge Malte Schober, CDU-Kreistagsmitglied, erinnert sich an "zehn schwarz gekleidete vermummte Linke", von denen mindestens einer einen Stock mitgeführt hatte, und berichtet von pöbelnden "Nazis" und "Glatzen", die vor den Linken davonliefen.

 

Die Northeimer Polizei bestätigt die Schilderungen der GJ zu den Vorfällen. Sprecher Uwe Sehmisch betonte, dass keine Straftaten verübt worden seien. Die alarmierten Funkstreifen hätten die beiden Gruppen bei ihrem Eintreffen aber nicht mehr angetroffen. "Das war eine Sache von zehn Minuten", sagte Sehmisch. Mehr könne er dazu nicht sagen.

 

"Mehrfache" Aussagen der Polizei, dass sie an dem Abend vor Ort sein werde, wie die GJ behauptet, kann Sehmisch nicht bestätigen. Anders als von einem Sprecher der GJ angegeben, habe es keine Vorabsprachen mit der Polizei gegeben. Diese habe auch keine Zusicherung gegeben, dass Beamte vor Ort sind, sagte Sehmisch. Die Absicht eine antifaschistischen Jugendgruppe zu gründen, ist in Northeim seit geraumer Zeit kontrovers diskutiert worden.

 

Nach der rechten Störaktion tauchte auf der rechten Facebook-Seite "Northeimer Bürger Protest" ein geteiltes Foto der GJ mit dem hinzugefügten Kommentar "Die Grüne Jugend in Northeim, viele bekannte Gesichter;-)" auf. Die Seite kommentiert ihrerseits das Auftreten der Antifaschisten: "Ein Vorgeschmack der Strukturen, wie sie in Göttingen herrschen. Die Meinungsfreiheit werden wir in Northeim bewahren zu wissen. Wir bekämpfen jede Form von linkem Faschismus, das sei euch gesagt!" Schon im März hatte die rechte "AG Rhumetal" gepostet: "Hier mal ein paar Gesichter der grünen Jugend in Northeim. Gott sei Dank haben wir ein fotografisches Gedächtnis;-)".

 

„Der Verlauf des heutigen Abends hat gezeigt, dass Northeim ein Problem mit rechter Gewalt und Nazis hat. Die Gründung einer antifaschistischen Jugendgruppe ist vor dem Hintergrund dringend nötig und auf jeden Fall zu begrüßen. Denn von alleine werden die Nazis leider nicht aus Northeim verschwinden", kommentierte eine Sprecherin der GJ die Vorfälle vom Mittwoch. Die Gruppe werde sich nun regelmäßig treffen und Aktionen gegen Rechts planen, kündigte ein Sprecher an.

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