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Autoservicepark statt Ackerböden

Einwände zum geplanten Gewerbegebiet Leinetal Autoservicepark statt Ackerböden

Die während der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung geäußerten Einwände und Hinweise zum geplanten Autoservicepark Leinetal an der A-7-Abfahrt Nörten-Hardenberg sind bewertet worden. Wie die Einschätzung ausfällt, wurde jetzt im Bauausschuss detailliert berichtet.

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Nörten-Hardenberg. Die Firma Amitera, deren Geschäftsführer Kai Amir-Sehhi bei der Sitzung des Bauausschusses in Nörten-Hardenberg anwesend war, will auf einem etwa 35 000 Quadratmeter großen Areal zwischen Autobahn 7 und Bundesstraße 3 einen Autoservicepark mit Tankstelle, Fast-Food-Restaurant und einer Markthalle für regionale Produkte entwickeln. Im Sommer lagen die Planentwürfe für das Projekt vier Wochen lang öffentlich aus.

Die eingegangenen Stellungnahmen wurden zwischenzeitlich von der Planungsgruppe Lange Puche aus Northeim bewertet. Diplomingenieur Wolfgang Pehle ging auf die verschiedenen Bereiche ein und begründete die Bewertung.

Durch das Projekt werde wertvoller Ackerboden versiegelt, so einer der genannten Punkte. „Man muss sich ernsthaft damit auseinandersetzen, wie man mit der gemeindlichen Entwicklung umgeht“, sagte Pehle. Rund um Nörten-Hardenberg gebe es fast ausschließlich hochwertige landwirtschaftliche Flächen oder Wald. Bei einer Entwicklung der Gemeinde, also auch bei der Ausweisung von Wohngebieten, komme es daher immer zur Versiegelung.

Insofern sei das Ziel der Entwicklungsabsicht der Gemeinde höher zu bewerten, als die Erhaltung der Böden, argumentierte Pehle. Allerdings beabsichtige die Gemeinde, als Ausgleich ein anderes für Gewerbe ausgewiesenes Gebiet aus der Flächenplanung herausnehmen. Ausschussvorsitzender Heinz Brandt (SPD) stellte fest, dass es sich bei dem Gelände im Leinetal und vielen anderen Flächen ja um „industriellen Ackerbau“ handle und es kaum mehr Vielfalt gebe. „Das muss man zur Kenntnis nehmen.“

Dass es durch das Projekt zu Veränderungen im Landschaftsbild im Leinetal kommen werde, werde nicht beschönigt, so die Einschätzung der Planungsgruppe Lange Puche. Entsprechend des Umweltberichtes sollen aber Festsetzungen im Bebauungsplan gemacht werden, um die Sichtbarkeit der Gewerbebauten weitestgehend auszugleichen. Vorgaben solle es auch für den Werbepylonen geben, mit dem für den Autoservicepark Leinetal geworben werden solle. Denn im Gegensatz zum Autohof in Northeim sei das Gelände in Nörten nicht direkt von der A 7 einsehbar. Daher habe der Pylon „eine gewisse Notwendigkeit“, so Pehle.

Zweifel am Bedarf für einen solchen Autoservicepark mit Tankstelle, Fast-Food-Restaurant und Markthalle, die einige Anwohner während der Sitzung äußerten, versuchte Amir-Sehhi auszuräumen. Sowohl der Mineralölkonzern als auch der Fast-Food-Betreiber hätten „nachhaltiges Interesse“ an diesem Standort geäußert. Mit dem Hinweis auf Bedarfsanalysen sagte er: „Der Markt hat entschieden, dass dort Bedarf gesehen wird.

Es gab Begehrlichkeiten für diese Fläche.“ Auf die Forderung der Projekt-Gegner nach mehr Mitspracherecht für die Bürger entgegnete Bürgermeisterin Susanne Glombitza (parteilos): „Bauleitplanung ist eine Ratsentscheidung.“ Eine über die Möglichkeiten hinausgehende Bürgerbeteiligung während des Bebauungsplanverfahrens schließe der Gesetzgeber aus. Die Stellungnahmen und die Bewertungen würden nun für eine erneute Auslegung der Pläne eingearbeitet.

1300 Unterschriften gesammelt

Kritische Stimmen: Schon kurz nach Bekanntgabe der Überlegungen für einen Autoservicepark Leinetal rührte sich Widerstand. Bürger äußern sich kritisch über das Projekt und die Kreisgruppe Northeim des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) startete eine Online-Pedition. Dort lehnen inzwischen fast 250 Menschen den geplanten Gewerbepark ab, 100 davon aus Nörten-Hardenberg.

Außerdem seien etwa 1300 Unterschriften auf Papierlisten gesammelt worden, sagte die Nörtenerin Gerlinde Haller am Dienstag während der Sitzung des Bauausschusses. Sie sagte, dass Nörten-Hardenberg nichts von dem Projekt habe und befürchtet, dass es zu einer Verlagerung von Arbeitsplätzen komme. Außerdem würden die Interessen des Naturschutzes ins Hintertreffen geraten. „Wir brauchen das nicht“, betonte sie.

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